Konzerte & Party

Wie war es bei Angus Stone?

Angus Stone

Am letzten Tag seiner kleinen Europa-Solotour wirkt Angus Stone glücklich. Das überträgt sich in der spielfreudigen Stimmung, die den lang vorher ausverkauften Grünen Salon am Montagabend erfüllt. Ganz allein ist der Songschreiber mit dem mal Dylan-Schnodderton, mal goldenen Rock-Timbre auch nicht. Seine fünfköpfige Band klingt, als spiele sie bereits seit den Tagen von Woodstock zusammen. Bärte, Hüte und freundliche Gesichter prägen das Bild auf der Bühne; oft erklingen zwei oder mehr Stimmen in Harmonien, die auch die Fleet Foxes kaum reiner intonieren. Den Anfang machen drei Songs des neuen Soloabums „Broken Brights“, begonnen mit „River Love“, einem strömenden, von Cello und Mandoline flankierten Sehnsuchtsstück. Solche Songs, auch die rührende Beziehungsballade „Bird On The Buffalo“, könnten sich prima ins Gemeinschaftswerk mit der Schwester einreihen – so eng hält sich Angus an die Hausmischung klassischer amerikanischer Klänge: mal strahlend а la Creedence Clearwater Revival, mal bewusstseinserweitert um Abgründe kreisend mit sehr deutlichen Anklängen an The Doors („End Of The World“). Ob verzerrt ausufernd, ob in Form zauberhafter schlichter Folk-Epen oder Duohits wie dem schönen Wandervogel-Song „Big Jet Plane“ – es fällt nicht schwer, ins honiggoldene Retro-Klangbad einzutauchen. Nach 80 süß benebelten Minuten stehen noch einige Zuhörer plauschend und rauchend vor der Tür, darunter Cellistin Katrine Schiшtt. Die Geschwister würden sicher eines Tages wieder gemeinsam singen, ist sich die angestammte Live-Musikerin des Duos sicher. „Das hier hat vor allem mit Erwachsenwerden zu tun.“

Text: Ulrike Rechel

Foto: POP-EYE/Kriemann

Lesen Sie hier die Ankündigung: Julia Stone im Postbahnhof

Mehr über Cookies erfahren