Konzerte & Party

Wie war\s beim Rammstein-Konzert zu Pfingsten?

Rammstein BandRoutiniert, professionell und fast traditionsgemäß spielte Rammstein im Rahmen ihrer Album-Tour „Liebe ist für alle da“ über das Wochenende auf der Kindl-Bühne Wuhlheide. Gute 3 Stunden dauerte es, bis Rasen und Ränge gefüllt waren. Ursprüngliche Fans mischten sich mit neuen, jüngeren, alle relativ diszipliniert, zum Pogo-Tanzen war eigentlich eh nicht genug Platz. Wie gewohnt hatte die Band mehrmals nach sich rufen lassen, bis schließlich die Ansage kam „…das Warten hat ein Ende…“ und der Vorhang fiel um die Band in Aufstellung und spielbereit freizugeben.

So voll wie die Kindl-Bühne war, so groß war die Stimmung. Titel des neuen Albums wurden gleichermaßen mit Altbekannten gespielt, die kollektive Stimme des Publikums bei den Altbekannten immer etwas textsicherer und lauter. Sänger Till Lindemann, der scheinbar etwas heiser war, kam das wohl nur entgegen, so hielt er bei mehreren Passagen das Mikrofon dem Publikum entgegen, welches selbst aus vollen Hälsen gesungen hat. Auch der auf dem Album in Deutschland indizierte Titel „Ich tu dir weh“ wurde gespielt, so wie „Pussy„, der allerdings im Konzert nicht wirklich spannender ist als auf dem Album.

Die Bühnenshow wurde ebenfalls so geladen präsentiert wie immer: Flammenwerfer, Feuerpfeile, etwas Feuerwerk, ein Fest für die Pyrotechniker und zuschauende Hobby-Pyromanen. Genauso musste Keyboarder „Flake“ (Christian Lorenz) wie üblich für alles mögliche hinhalten, wurde geschlagen, getreten, mit Funken „übergossen“ und schließlich doch quasi triumphierend auf einem Schlauchboot über die Menge getragen. Nichts Neues also, aber immer noch eine „heiße“ Show die wiedermal gut von den Fans angenommen wurde. In der dritten, letzten und ebenso geplanten Zugabe wurde noch “ Engel“ gespielt, der erste Titel von Rammstein der in Deutschland großräumig im Radio lief, Till Lindemann mit Engelsflügeln, die am Ende in Flammen aufgingen, eine allerletze Verbeugung und die Fans verließen brav den Ort des Geschehens.


Die VorbandSkunk Anansie“ bot ebenfalls ihr Bestes der Menge einzuheizen. Die Stimme der Sängerin „Skin“ (Deborah Anne Dyer) gab um einiges mehr her als die von Till Lindemann, trotzdem hielt sich der Beifall in Grenzen. Brit-Rock ist zwar eine interessante Abwechslung im sonst wiederkehrenden Ablauf eines Rammstein-Konzertes, aber passt dann leider doch nicht zu den Anhängern der „neuen Deutschen Härte“.

 

Text: Florian Zander

Foto: Paul Brown

 

Weitere:

Artikel (vom Dezember 2009) zu Rammsteins „inszenierter Härte“

Albumkritik zu „Liebe ist für Alle da“

Interview mit Rammstein

Artikel zur Indizierung „Liebe ist doch nicht für Alle da“

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