Konzerte & Party

Wiederveröffentlichung: Drei Alben von Van Dyke Parks

Van Dyke ParksBis auf ein paar eingeweihte Fans kennt ihn kaum jemand. Unter Musikern allerdings steht Van Dyke Parks hoch im Kurs. Braucht jemand einen begnadeten Arrangeur, einen Produzenten mit ausgefallenen Einfällen, einen versierten Tasteninstrumentalisten oder Texter, dann ist der kleine lustige Mann mit der runden Brille einer der besten, den sie kriegen können. The Byrds, Randy Newman, Ry Cooder, Bruce Springsteen, U2, Ringo Starr sind nur ein paar von den vielen, deren Aufnahmen Parks auf seine spezielle Art verfeinerte. Auf die Frage, warum sich die junge Joanna Newsom ausgerechnet Van Dyke Parks als Arrangeur ausgesucht hätte, sagte sie: „Wegen ‚Song Cycle‘!“ Das war 1967, nach seiner Zusammenarbeit mit Brian Wilson für die Beach Boys, sein erstes Soloalbum. Ein Zyklus bizarr schöner Songskizzen, in denen er auf einzigartige Weise alle möglichen Stilrichtungen amerikanischer Populärmusik miteinander verwob und mit brillanten bildungsmusikalischen Streicher- und Bläsersätzen zusammensetzte zu etwas unerhört Neuem: Folk, Bluegrass, Ragtime, Musical, Psychedelia, New-Orleans-Jazz, Pop, Reggae, Klassik. Offenbar hatte damals kaum jemand Ohren für die Schönheit dieser Musik. Das Album wurde kaum beachtet. Ebenso die beiden nicht minder hörenswerten Nachfolger: Auf „Discover America“ (1972) frönt Parks seiner Vorliebe für Calypso, Musik aus Trinidad, Steelbands, Kompositionen von Lord Kitchener und Mighty Sparrow und Popmusik der 40er-Jahre. Mit „Clang Of The Yankee Reaper“ (1976) geht er den eingeschlagenen Weg weiter, etwas leichtfüßiger, mit noch mehr Pop und Pep. Erfreulich, dass die drei Alben nun sowohl auf Vinyl wie auch CD neu erscheinen.

Text: H.P. Daniels

Van Dyke Parks, „Song Cycle“, „Discover America“, „Clang Of The Yankee Reaper“ (Bella Union / Coop)

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