Konzerte & Party

„Wild Flag“ am Mittwoch im Lido

wildflag_c_PromoVor zwei Jahren beschwerte sich Carrie Brownstein in einem Blog über den Zustand des Indie-Rock. Für ihr Empfinden gäbe es heute zu viel weiche Musik von harmlosen Bürschchen mit Bärten. Niemand scheine mehr das Feuer der Stooges oder von Bikini Kill in sich zu spüren. Da konnte man sich schon denken, dass es nicht mehr lange dauert, bis sie wieder selbst zur Tat schreitet. Ihre langjährige Band Sleater-Kinney lag aber auf Eis, also musste etwas Neues her. Wie der Zufall so wollte, arbeitete Brownstein mit ihrer alten Bandkollegin Janet Weiss und Rebecca Cole (The Minders) gerade an Instrumentals für einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Women Art Revolution“. Als am Ende ein Song mit Gesang gefordert war, kam
Mary Timony hinzu, die man von Helium kennt. Alle vier Musikerinnen kannten sich schon vorher, hatten aber noch nie in dieser Konstellation zusammengespielt. Weil es gut lief, machten sie danach gleich weiter und gründeten mit Wild Flag eine Band. Deren Musik klingt kratzig, aber nicht derb. Sie wird auch mal melodisch, aber nicht auf banale Weise. Locker spannt das Quartett einen Bogen von Garagenrock und Psychedelia zu Punk und Noise-Rock der Sonic-Youth-Schule, punktuell ergänzt durch Gesang aus der Zeit der Girlgroups. Ein brillantes Attentat auf die Langeweile.

Text: Thomas Weiland

Wild Flag Lido, Mi 8.2., 21 Uhr, VVK: 16 Ђ

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