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Oper

Wim Wenders inszeniert „Die Perlenfischer“ an der Staatsoper

Keine Interviews. Nur eine kurzfristige Pressekonferenz. Doch wie Wim Wenders auf den Wunsch verfallen sein mag, ausgerechnet mit Bizets „Les pêcheurs der perles“ sein Opern-Debüt zu feiern, dafür kann es ohnehin nur zwei Gründe geben

Wim Wenders, Foto: Anne Wilk

Entweder Überredung (durch Daniel Barenboim) – oder eine sehr persönliche Vorliebe. Aus der (nach „Carmen“) zweiterfolgreichsten, trotzdem eher unbeliebten Oper von Georges Bizet ist einzig das sogenannte „Perlenfischer-Duett“ bekannt – ein Ohrwurm von Gnaden, den niemand wieder loswird, der das Thema einmal in sich aufgenommen hat. Ein schönes Werk.
Um ein Bühnenregie-Debüt von Wenders handelt es sich nicht: 1982 versuchte er sich als Theaterregisseur in Salzburg – mit der Uraufführung von „Über die Dörfer“ seines Freundes Peter Handke (mit der hübsch verhuschten Libgart Schwarz). Kein Erfolg vielleicht, eher ein Sonderfall. Wie die meisten Filme des Meisters, der dem Ruf als Autorenfilmer, so blöd das Wort ist, trotzdem stets gerecht wurde.
Überraschend hat Wenders den Landschaftsmaler und Leiter des Berliner Monbijou-Theaters (ehem. Hexenkessel Hoftheater), David Regehr, als Bühnenbildner verpflichtet. Regehr ist auch Betreiber von Clärchens Ballhaus. Das ist eine mutige Wahl, verspricht es doch einen rustikalen Aspekt dieser hochmögenden Prestige-Produktion. Mit Olga Peretyatko als Leïla steht eine der zurzeit führenden Sopranistinnen auf der Bühne. Barenboim waltet am Pult. Der guten Vorverkaufslage zum Trotz ist die Produktion: eine Perlen-Katze im Sack.

Staatsoper Berlin Karten 28–135 €

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