Konzerte & Party

Wolf Alice

Wolf Alice im PBHF Club
Foto: Jenn Five

Ein Mädchen, das bei Wölfen aufwächst, schließlich von Nonnen gefunden und sozialisiert wird, sich aber trotzdem sein Leben lang in der Zivilisation wie ein Fremdkörper fühlt. Das ist die Geschichte von Wolf Alice, einer Fabel der englischen Autorin Angela Carter aus den 1970er Jahren. Auch wenn das Londoner Quartett um Ellie Rowsell behauptet, es habe sich nur des Klanges wegen für diesen Bandnamen entschieden, so lassen sich dennoch ein paar Parallelen finden. Beispielsweise das für Wolf Alice charakteristische Pendeln zwischen wild und zahm.

Die polierte Pop-Rock-Oberfläche wird immer wieder von Noise-Spritzern verschmutzt. Auf eine verhuschte Dream-Pop Strophe folgt ein lärmender Grunge-Refrain; auf geistesabwesendes Flüstern hysterische Schreie. In Wolf Alice kämpfen verschiedene Stile um ihre Daseinsberechtigung. Shoegaze, Alternative Rock, Indie Rock – alles wird auf der Suche nach einem authentischen Selbst  getestet. Es sei eine vComing of Age“-Platte, erklärte Sängerin Ellie Rowsell gegenüber dem englischen „Rolling Stone“. Dies gilt nicht nur für den Sound, sondern auch für die Lyrics. Während Songtitel wie „Du bist eine Bazille“ oder das Versprechen zweier Liebender im Track „Your Loves Whore“ sich niemals zu verändern, etwas pubertär anmuten, ist der Album-Opener eine durchaus reife Abhandlung über die eigene
Sterblichkeit.

Text: Henrike Möller

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