Konzerte & Party

Wolfmother im Columbia Club

Wolfmother im Columbia Club in BerlinFrank Black hat das Tourleben mal mit dem Kriegsfilm „Das Boot“ verglichen. Permanent mit den Mitmusikern auf engstem Raum eingepfercht zu sein, das sei schlicht „unnatürlich“. In Sachen interne Spannungen haben auch Wolfmother ihre Erfahrungen. Nach ihrem Kickstart 2006 kam es für das australische Powertrio zur Zerreißprobe. Die Kreise waren sehr schnell sehr groß geworden; fast im Alleingang schienen Wolfmo­ther das Comeback des klassischen 70er-Rock eingeläutet zu haben – mit gleißend hellem Gesang nach Led-Zeppelin-Schule, Doors-artiger Psychedelia, Sabbath-hafter Wucht. Das klang zwar ein wenig nach bunter Classic-Rock-Jukebox. Doch verkuppelten die Newcomer aus Bris­bane ihre Vintage-Mischung mit genügend infektiösen Grooves, starken Melodien – und dem nötigen heiligen Ernst. Nun steht, nach zwei Jahren Dauertourens, das zweite Album an, „Cosmic Egg„. Wolfmother haben es schon nicht mehr zusammen eingespielt, nur noch Lockenhaupt Andrew Stockdale zählt zur Urbesetzung. Kein Wunder also, dass sich die Symbolik von Neuanfang und Wiedergeburt nun – fast etwas penetrant – durch die Songs zieht, ob in „New Moon Rising“, „Phoenix“ oder dem Titelstück „Cosmic Egg“. So ist es ziemlich beachtlich, dass die neu formierten Wolfmo­ther den alten hohen Energielevel erreichen. Die Klangmassen kommen auch mit Stockdales zusam­mengecasteter Truppe stramm geschnürt daher: mit gewitterartigen Schlagzeugeinlagen, pointierten Gitarrensoli und polternden Bassriffs, die die goldenen Siebziger gekonnt in Richtung Stoner-Rock der Neunziger stemmen.

Text: Ulrike Rechel

Wolfmother, Columbia Club, Sa 17.10., 21 Uhr (ausverkauft)

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