Konzerte & Party

Wooden Shijps im Berghain

Wooden Shijps

Am Anfang war die Suche nach einem psychedelischen Sound, der so primitiv wie nur möglich sein sollte. Also lud John Ripley ein paar seiner Nicht-Musiker-Freunde zu sich ins Haus, um mit ihnen auf experimentelle und improvisatorische Weise nach diesem Klangbild zu forschen. Die Idee hierzu hatte er sich von der schwedischen Gruppe Träd, Gräs & Stenar abgeschaut, die in den späten 60er- und frühen 70er-Jahren mit ihren Psychedelic Jams viel Beachtung und Anerkennung auch außerhalb ihres Heimatlandes einheimsten. Das j im Bandnamen erinnert noch immer an die einstige Inspirationsquelle, und auch die Vorlieben für Simplizität und Minimalismus sind aus dem Sound der Wooden Shjips kaum zu abstrahieren. Primitiv kann man die Stücke des kalifornischen Quartetts aber trotzdem nicht nennen. Bass, Orgel und Rhythm Guitar treten zwar durchweg in Looping-Manier auf derselben Stelle; diese Monotonie wird jedoch durch die ellenlangen und stets überbordenden Soli wieder kompensiert. „I like loud guitars, I like free play and I like repetition“, fasst Ripley seinen Musikgeschmack zusammen. Ähnlich kompromisslos und auf den Punkt geht er auch beim Komponieren vor. Im Gegensatz zu vielen anderen kontemporären Bands hält Ripley nämlich erstaunlich wenig von Blending-Abenteuern. Ein Wooden-Shjips-Song ist also niemals ein Konglomerat aus verschiedenen Genres. Es besteht zu 80 Prozent aus purem Psychedelic. Die restlichen 20 Prozent füllt die Band mit artverwandten Stilen wie Krautrock und Space Rock auf.

Text: Henrike Möller

Foto: Anna Ignatenko 

Wooden Shjips + Orchestra of Spheres, ?Berghain, Di 3.12., 21 Uhr, VVK: 16 Euro zzgl. Gebühr

Mehr über Cookies erfahren