Konzerte & Party

Woogriots

Nur die wenigsten wissen, was es mit dem Woog auf sich hat. Es ist ein Badesee in Darmstadt, in dem schon Goethe seine Bahnen gezogen hat. So weit die Huldigung der Woogriots an ihre Heimatstadt. Ansonsten aber sei Nordhessen „unwichtig“ für die eigene Umlaufbahn, sagt Silvana Battisti. Bisher hält die Sängerin, deren Familienwurzeln nach Italien weisen und die schon in London und San Francisco lebte, es mit dem Prinzip der Vernetzung. Zu ihren Freundinnen zählt Barbara Manning, eine der Musen der Alt-Country-Szene um Calexico. Von der umtriebigen Weltenbummlerin haben sich Battis­ti und Gesangspartner Marc Herbert inspirieren lassen: Ihr zweites Album entstand zum Teil aus dem Koffer heraus: in Barcelona, London, Hamburg, am Woog.

Kein Wunder also, dass auf einem Song auf „Pasp“ Kimya Dawson zu hören ist. Ähnlich wie die befreundete Antifolk-Protagonistin erhebt Battis­ti ihre ruhige Altstimme nie mehr als nötig. Der Gedanke, „so zu singen, wie man auch spricht“, gefällt auch Marc Herbert. So entsteht ein augen­zwin­kern­der Kon­trast zu den nachdenklichen Texten der beiden, in denen es um neuen Konservativismus geht, um Schönheitswahn oder über­trie­be­ne Landesliebe. Im Vergleich zum Debütalbum sind die Grooves jetzt saftiger; Beats stammen auch mal aus der Konserve, Synthie-Einwürfe versprühen Disco-Charme nach Art von Knarf Rellöm. Vor dem ziehen die Hessen auch den Hut („Frank Spelled Backwards“). Schließlich ist der so was wie der Kapitän im Heimathafen der fröhlichen Querdenker.

Mehr über Cookies erfahren