Konzerte & Party

Wovenhand im Bi Nuu

Wovenhand

Bis heute wird David Eugene Edwards mit seiner dunklen Folkrockband Sixteen Horsepower verknüpft. Dabei hat er mit seinem Soloprojekt Wovenhand die Produktivität der alten Band längst überrundet. Schon das siebte Album legt der hagere Mann mit der Aura eines asketischen Wanderpredigers jetzt vor. „The Laughing Stalk“ erinnert kaum mehr an die filigran ins­trumentierten Anfänge des einstigen Nebenprojekts; dröhnende Rückkopplung, Obertöne, teils surreale Vokaleffekte und galoppierende Rhythmen prägen die Grundstimmung. E-Gitarrenriffs schwingen tief und erinnern an die frühe Prägung des Mittvierzigers mit Platten von Motörhead und Black Sabbath. Die Musik beschwört die dunklen Szenen herauf, die in der verrätselten Lyrik der Songs angelegt sind: blutige Feuer-Rituale, Stoßgebete, der jüngste Tag und ein „Lord“, der weniger bibelfesten Fans als strafender Gottvater erscheinen muss. Während Wovenhand in der US-Heimat eher als schräger Ausläufer des „Christian Rock“ angesehen wird, ist die Wahrnehmung in Europa etwas anders. Hier scheinen Edwards’ religiöse Motive als Element einer sehr markanten Ästhetik aufgefasst zu werden, in der ein mythisches fremdes Amerika aufscheint. Dass Edwards seinen Job nicht als Missionar begreift, belegt seine Rückwendung zu einem überraschend schwer schleifenden Rock’n’Roll. Auch nicht gerade lammfromm ist der neue Mann am Mischpult: Es ist Neubauten-Mann Alexander Hacke, der die Songs in einen bedrohlich ruppigen Sound taucht.

Text: Ulrike Rechel

Wovenhand, Bi Nuu, Fr 14.9., 20 Uhr, AK: 25 Euro

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