Konzerte & Party

Wu Lyf im Bi Nuu

Wu Lyf

Sie gehören zu den Bands, über die in Britannien schon eifrig geredet wurde, bevor irgendetwas Greifbares erschienen ist. Das lag aber nicht daran, dass man offensiv die Öffentlichkeit gesucht hat. Ganz im Gegenteil. Wu Lyf sind zuerst als Versteckspieler aufgefallen. Sie haben sich nur maskiert fotografieren lassen, keine Interviews gegeben und Talentscouts zu Konzerten geschickt, die gar nicht stattfanden. Aber mit so einer Anti-Haltung lässt sich natürlich auch Aufmerksamkeit erregen. Als die Band im Frühjahr 2011 ihr Debüt „Go Tell Fire To The Mountain“ veröffentlichte, waren alle sehr gespannt. Und wurden nicht enttäuscht. Da sind einmal diese wuchtigen Kirchenorgelklänge, durch die allein schon der Eindruck von Größe entsteht. Evans Kati lässt die Gitarre klingeln und kräftig Hall hineinmischen. Absolut atemberaubend ist das, was Ellery Roberts mit seiner Stimme macht. Sie hört sich an, als bearbeite er sie jeden Morgen mit der Raspel-Maschine. Seine Texte versteht man nicht wirklich, sie sind gnadenlos vernuschelt und ergeben eine ganz eigene Phonetik. Mit diesen Mitteln zelebrieren die vier 20-Jährigen Musik als emotionales Erlebnis, ganz besonders in „We Bros“, einem beherzten Aufruf zu Zusammenhalt und Einigkeit. Freundlicherweise bieten Wu Lyf für all das auch einen eigenen Genrebegriff an: Heavy Pop. Live wird die Angelegenheit endgültig zum Kult. Da verneigen sich die Fans vor einem großen beleuchteten Kreuz auf der Bühne, das sich Wu-cifix nennt.

Text: Thomas Weiland

Wu Lyf, Bi Nuu, Di 27.3., 21 Uhr

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