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Wu-Tang Clan: A Better Tomorrow

Wu-Tang Clan: A Better TomorrowDas Cover irritiert den Fan: Eine Stadt erstrahlt in vollem Glanz, und die Wolkenformation ähnelt vom Muster her dem Logo der Crew. Darüber kann man sich streiten. Tatsächlich soll es zwischen RZA und Raekwon während der Produktion Differenzen über die grundsätzliche Richtung gegeben haben. Am Ende hat sich der skeptische Rapper wieder auf eine gemeinsame Linie bringen lassen.
Sieben Jahre nach Veröffentlichung ihres bisher letzten Albums „8 Diagrams“ wollen die  Herren erst einmal etwas zur Rangfolge sagen: „We’re still No. 1“, erklären sie apodiktisch. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, geht der Clan nicht nur in eine Richtung. Es gibt typische Wu-Stücke zu hören, die von der Atmosphäre in einer verdunkelten Kampfkammer inspiriert scheinen. „We keep it rugged, we keep it rough, we keep it real, we keep it raw“, heißt es in „Hold the Healer“. In „40th Street Black/We Will Fight“ treten sie so auf, als hätten sie die Boxhandschuhe schon übergestreift. Der Electro-Funk-Beat erinnert an Afrika Bambaataas große Tage und sorgt für Nervenkitzel. Auch mit „Pioneer the Frontier“ bewegt man sich auf der düsteren Seite, nicht zuletzt wegen eines seltsam schräg verlaufenden Loops. Immer hält der Clan das mit der rauen Gangart indes nicht durch. In „Keep Watch“ und „Ron O’Neal“ steckt zu viel unpassender R’n’B. Besser eignen sich Anspielungen auf Dusty Springfields „Son of a Preacher Man“ und ausgedehnte Samples aus dem Philly-Klassiker „Wake up Everybody“ von Harold Melvin & The Blue Notes, mit denen die Verbesserung der heutigen Lebensbedingungen angemahnt wird.
Die Rap-Clique setzt auf verschiedene Klangfarben und schafft es so, die Spannung über die gesamte Dauer von 66 Minuten hochzuhalten. Man kann ihr nur bescheinigen, dass sie von ihrer Relevanz nichts eingebüßt hat.

Text: Thomas Weiland

Wu-Tang Clan, A Better Tomorrow (Warner)

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