Konzerte & Party

Wurst Case Szenario

Hagen LiebingAuch beim Grand Prix (vulgo: Eurovision Song Contest) scheint es neuerdings Fraktionszwang zu geben. Leute, die sich für tolerant halten und die bei Menschen mit Sternchen-Zusatz nicht gleich ans Umerziehungslager denken, unterlagen beim ESC der moralischen Verpflichtung, für die österreichische Transgender-Kandidatin Conchita Wurst zu votieren. So jedenfalls ließen es die unversöhnlichen Facebook-Kommentare zum Abstimmverhalten derer vermuten, denen Conchita einfach nur Wurst war.
Es ging diesmal nämlich nicht etwa um Musik, es ging vor allem um ein menschliches Anliegen und gender-politisches Statement.
Das ist zwar sehr schön für die bärtige *Sängerin, rückt die ulkige Glitzerwelt des ESC aber auch in gefährliche Nähe zur schnöden Realpolitik, wie sie sich bereits zwei Wochen später wieder zeigt, wenn hier in Berlin über Bebauungspläne für den ehemaligen Flughafen Tempelhof abgestimmt wird.
Da ist dann auch nicht einfach nur die Wahl des besten Vorschlags angesagt, es wird ganz unverhohlen dazu aufgefordert, unserem Bürgermeister eine Quittung für den BER und anderen Schlendrian zu erteilen. Klaus Wowereit könnte quasi zur negativ konnotierten Wurst gemacht werden.
Zeitgleich steht zudem auch noch die Europa-Wahl an. Wer da wem die Wurst vom Brot nimmt, ist noch nicht zweifelsfrei auszumachen, aber ich persönlich werde bei dieser Abstimmung einfach mal das nachholen, was mir beim *Gender-ESC verwehrt blieb: Gewählt wird einfach diejenige Person, die im Wahlkampf das schönste Lied gesungen hat und dabei auch noch hübsch und sexy aussah.

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