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The xx: Coexist

The xx: CoexistDas Konzert am 4. September im Admirals­palast war ausverkauft. An sich ist das keine Überraschung, man weiß ja um die Popularität von The xx. Dass die Tickets komplett innerhalb von 24 Stunden über die Homepage der Band weggingen, bevor sie in Theaterkassen überhaupt angeboten werden konnten, ist dann aber schon sehr ungewöhnlich. Daran lässt sich ermessen, mit welcher Erwartungshaltung man dem neuen Album der Band entgegenfiebert. Zum Herbst hin nimmt die Zahl der Schwerpunktveröffentlichungen ohnehin zu, aber für The xx gilt die oberste Wichtigkeitsstufe. Ungeübte Musiker spüren da ganz schnell Druck und Verspannungen. Romy ­Mad­ley Croft, Oliver Sim und Jamie Smith konnten mit ihrer Situation offensichtlich umgehen. Mit „Coexist“ vertrauen sie gelassen auf die Methode, die ihnen zum Erfolg verholfen hat.
In „Angels“ geht es mit perlenden Gitarren­akkorden los, sie sind ein Markenzeichen des Londoner Trios. Madley Crofts Gesang wirkt immer noch zart wie bei der jungen Tracey Thorn, ist aber präsenter als vorher. Mit „Chained“ hat man Gewissheit, dass sich das Trio nicht mit Gewalt in eine andere Richtung bewegen will. Es geht um Detailveränderungen. Die Basslinien wirken durchweg kräftiger, Gitarren sind mit einem für die Achtziger typischen Halleffekt versehen. In „Reunion“ probieren The xx auch mal etwas Neues aus.
Das Zusammenspiel von Madley Croft und ­Oliver Sim funktioniert traumhaft, ein durch den Hintergrund tapsender Steel-Drum-Sound sorgt für Kribbeln, und wenn dann noch ein Dance-Groove vorsichtig einsetzt und sich ebenso vorsichtig steigert, kann man nur angetan sein. Es ist insgesamt auffällig, dass diese Leute Fortschritte auf dem Gebiet der Arrangement-Kunst gemacht haben. In „Missing“ singt Sim die Worte „My heart is beating in a different way“ mit einem Hauch von Soul. So geht die melancholische Nachtmusik der Band richtig unter die Haut.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

The xx, Coexist (Young Turks/Indigo)

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