Konzerte & Party

Yeasayer im Maria

YeasayerAls Yeasayer vor drei Jahren zum ersten Mal von sich reden machten, wurden sie sofort zu Vorreitern eines neuen Denkens im Indie-Rock erklärt. Chris Keating, Anand Wilder und Ira Wolf Tuton beschränkten sich nicht auf das gängige Post-Punk-Repertoire, das in den Hipsterstuben New Yorks zu diesem Zeitpunkt zur Genüge durchdekliniert war. Sie bezogen Klänge aus aller Welt, vor allem aus Afrika, mit ein und hatten damit gleich einen Ruf weg. „Viele Leute haben den Eindruck, wir seien ein kleiner Stamm von Neo-Hippies, die im Wald am Lagerfeuer sitzen, Akustikgitarren spielen und über Astrologie räsonieren. Das sollten sie lieber nicht tun. So werden sie nur unnötig enttäuscht“, warnt Keating.

Das in diesem Jahr veröffentlichte Album „Odd Blood“ unterscheidet sich deutlich vom gefeierten Debüt „All Hour Cymbals“. Yeasayer hören sich selbstbewusster an, was sich im kantigeren Sound, stärkerer Betonung elektronischer Klänge und vor allem stärkeren Hang zu Pop äußert. Der afrikanische Touch ist noch immer vorhanden, aber er geht nun mehr in Richtung Johnny Clegg – der südafrikanische Ethno-Musiker hat in den Achtzigern mal kurzzeitig am Mainstream gekratzt. Keating findet aber, dass es in den Songs immer noch seltsame Dinge zu entdecken gebe, etwa in dem über Griselda Blanco, einer berüchtigten Patin des Medellнn-Kartells in Miami. „Dieses Album ist in jeder Hinsicht durchdachter als das erste. Der ewige Dilettantismus bringt doch nichts.“

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Verlässlich gut

Yeasayer Maria, So 31.10., 21 Uhr, VVK: 18 Ђ

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