Konzerte & Party

Yo La Tengo erfüllen Publikumswünsche im Babylon Mitte

Demnächst können Ira Kaplan und seine Ehefrau und Schlagzeugerin Georgia Hubley Silberhochzeit feiern. Wenig später ist es dann auch mit dem 25-jährigen Jubiläum ihrer Band Yo La Tengo so weit: einer Truppe, die man vielleicht unterwegs schon mal aus den Augen verlor, die aber überraschend viele Menschen wie­der auf dem Radar hatten, als 2006 das jüngste Album erschien, der melodieselige Zitatpop-Reigen „I Am Not Afraid Of You And I Will Beat Your Ass„. Damit landete das Trio aus New Jersey spät, doch dafür so hoch wie nie in den Charts; und wenn Kaplan und Co. dieser Tage Konzerte spielen, prangen in der Regel „Sold out“-Anzeigen an den Clubtüren. Ein Erfolgsprinzip der Indie-Pop-Feingeister ist ihr Drang, die Dinge abwechslungsreich zu halten. Das beginnt mit ihrer Skepsis digitalen Klängen gegenüber. Die Ästhetik der Postrock-Ikonen steht da eher fürs Gegenteil: für obskure Noise- und Soundeffekte, die sie ihren betagten Gitarren, Orgeln und Pedalen aus dem Moment heraus entlocken. Das Prinzip der Unwiederholbarkeit setzt das Trio nun auf höchst schlüssige Weise live um: Bei ihrer derzeitigen halbakustischen „Freewheeling Tour“ hängt die Setliste ganz von den Wünschen des Publikums ab. Zur Auswahl stehen nach 23 Bandjahren und rund 13 Studio­alben sicher mehrere 100 Songs inklusive rarer Coverversionen und Soundtrack-Beiträgen. Brandaktuell Informierte können zudem ihr Glück versuchen, ein paar der schrägen Garage-Rock-Nummern einzurufen, die das Trio unlängst unter dem Inkognito-Namen Condo Fucks eingespielt hat. Wie gesagt, kaum jemand betreibt die Kunst der Abwechslung so konsequent wie Yo La Tengo.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Michael Lavine

Yo La Tengo, Babylon Mitte, Mo 8.6., 20 Uhr, ausverkauft

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