Hip-Hop

Yung Lean im Astra Kulturhaus

Der 21-jährige Hustensaftjunkie Yung Lean zelebriert punky den Zeitlupen-Wortschwall

Zak Arogundade

„Jung kaputt spart Altersheime“ – der alte Punk-Schlachtruf von Bärchen und die Milchbubis wäre auch das passende Motto für eine aus dem Süden der USA stammende Hip-Hop-Marotte, die sich der 21-jährige Schwede Jonatan Håstad alias Yung Lean angeeignet hat: Ergänzend zu den szeneüblichen Drogen haben sich bedenkliche Mischgetränke etabliert, deren Hauptzutat codeinhaltiger Hustensaft ist. Der macht nicht nur euphorisch und abhängig, sondern hat neben allerlei psychischen Nebenwirkungen auch eine Veränderung der Zeitwahrnehmung zur Folge, woraus der typische Slow-Motion-Wortschwall der Hustensaftrapper resultiert. Die mit dem Konsum des Gesöffs einhergehende Verpeiltheit ist zudem Hauptthema der Songtexte, die gern mit maximalschlaffer Performance zum Besten gegeben werden.
Harmlos ist der Scheiß indes nicht. Diverse Jungrapper haben bereits den Hustensaftlöffel abgegeben, und auch Yung Lean ist nach krassen Abstürzen eher durch schieres Glück und das beherzte Eingreifen von Familie und Freunden noch unter den Lebenden. Einer von diesen Freunden, Yung Gud, hat nicht nur Yung Leans drittes und wieder mal ganz besonders schlafmützig klingendes Album „Stranger“ produziert, sondern bildet mit ihm auch eine – huch! – Punkband namens Död Mark. Da wird der Sensenmann wohl noch warten müssen: Punks sind zähe Hunde. Und hustensaftgestählte Hip-Hop-Punks vermutlich erst recht.

Astra Kulturhaus Revaler Str. 99, Friedrichshain, Sa 2.12., 21 Uhr, VVK 26 €

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