Konzerte & Party

Zaz in der Zitadelle Spandau

Zaz

Jahre ist der Höhenflug der Isabelle Geffroy, kurz: Zaz, her. Gut also, dass es mit „Recto Verso“ endlich ein zweites Album gibt. Denn den Erstling kennen Fans längst in- und auswendig: Eine halbe Million Exemplare verkaufte die Französin davon, selbst in Japan swingen Fans zum Akustik-Hit „Je veux“ mit. Die Vergleiche mit Йdith Piaf – der rauen Stimme wegen wie auch des wilden Temperaments in der Kehle – blieben nicht aus. Und weil es so gut zu der leidenschaftlichen, zierlichen Frau auf der Bühne zu passen scheint, mischte sich zuletzt auch etwas dramatische Dichtung in Zaz’ Lebensgeschichte. So war von Zeiten zu lesen, in denen sie sich auf der Straße mit Musik durchschlagen musste. Ganz so tragisch sieht der Ruhmesweg der Pariserin allerdings nicht aus. Eher ist es der zielstrebige Weg einer fleißigen Musikerin, die zunächst am Konservatorium studierte, bevor sie erste eigene Songs veröffentlichte, und die sich jahrelang live erprobte, ob am Mikro einer afrokubanischen Groove-Band oder in einem Pariser Cabaret. Das neue, erneut vielseitig zwischen Chanson, Songwriter-Pop und Bar-Jazz schweifende Album ist nun konsequent in Teamwork entstanden, mit Songs, die teils von ihr selbst, teils von ihren Musikern stammen. „Dйterre“ heißt eine anrührende Ballade, in der die 33-Jährige das Problem aufgreift, auszubrennen. Im Pausemachen sei sie nicht gerade gut, bekennt sie in Interviews; die Frau auf der Bühne habe nur bedingt mit dem Menschen dahinter zu tun. Zaz sei eine Rolle, in die Isabelle allabendlich schlüpft. Dann verwandelt sie sich wieder in die charmante Göre, das Zirkusmädchen oder die Straßensängerin – manchmal auch die Schmerzgezeichnete.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Yann Orhan

Zaz + Felix Meyer, Zitadelle Spandau, Fr 2.8., 19 Uhr, VVK: 37,45 Euro

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