Konzerte & Party

Zitadelle Spandau: Anwohnerklage abgewiesen

Zitadelle Spandau

Kulturbrauerei, Club der Visionäre, Schokoladen, Ballhaus Ost, Knaack Klub – die Liste der Konzertveranstalter, die aufgrund erhöhter Lärmpegel Probleme mit Anwohnern haben, ist lang. Beim Knaack Klub haben die Probleme letztlich zur Schließung des Traditionshauses geführt. Dass Richter mitunter jedoch auch mit Augenmaß urteilen, hat nun das Verwaltungsgericht Berlin bewiesen.
Bereits am 20. Mai 2011 hatte die Richter die Klage einer Anwohnerin gegen Konzertveranstaltungen auf der Zitadelle Spandau verhandelt. Die Klägerin hatte insbesondere die Häufigkeit und die Dauer der Konzertveranstaltungen für unzumutbar gehalten und sich über den von der Senatsverwaltung zugelassenen Lärmpegel sowie über eine Belastung durch tieffrequente Geräusche beschwert.
Am Dienstag, den 7. Juni 2011, nutzten die Richter das Konzert der US-Rocker 3 Doors Down für einen Vorort-Termin. Im Innenhof der Zitadelle stellten die Juristen fest, dass „eine stark basslastige, rhythmische und schlagzeugbetonte Rockmusik mit erheblicher Lautstärke“ dargeboten wurde. Noch während des Konzertes fuhr man dann in die Wohnung der Klägerin. Bei geschlossenen Fenstern konnte dort dann jedoch keiner der Richter störende Geräusche irgendwelcher Art wahrnehmen. Die Richter erklärten, dass es der Klägerin durchaus zuzumuten sei, an den 22 Veranstaltungstagen des Jahres 2011 die extra eingebauten Schallschutzfenster für die Dauer der Konzerte geschlossen zu halten und wiesen die Klage schließlich ab.
Die Clubcommission e.V., der Verband für Berliner Club-, Party- und Kulturereignisveranstalter begrüßte die „Entscheidung mit Augenmaß“ der Richter. Lutz Leichsenring, Vorstandsmitglied und Pressesprecher der Clubcommission, sagte: „Wer die Vorzüge eines lebendigen Bezirks genießen möchte, der muss auch mit einem gewissen Lärmpegel leben. Dazu gehören neben Musikveranstaltungen auch Märkte und Kinderspielplätze. Allerdings darf den Anwohnern auch nicht zuviel zugemutet werden.“ Doch schon das Beispiel des Clubs der Visionäre, so Leichsenring weiter, habe gezeigt, dass durch den Einsatz moderner Technologien die Immissionen deutlich gesenkt werden können.

Foto: Vicchi / Creative Commons Lizenz

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