Konzerte & Party

„Zur Güte“ von Hagen Liebing

Jetzt ist plötzlich das Lollapalooza der Buhmann. Da räumen die Veranstalter freiwillig das Festivalgelände auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof, weil die Stadt sich zum „dministrativen Notstandsgebiet“ erklärt und mehrere tausend Flüchtlinge dringend Unterkunft brauchen, da bitten die Konzertmacher  ihren Vertragspartner bei der Suche nach einem neuen Gelände um Hilfe und da erhalten sie mit dem Treptower Park auch Ersatz – und schon bricht ein Empörungssturm von Anwohnern über ihnen zusammen.
Und weil dies mittlerweile überwiegend im Netz geschieht, bleibt das inzwischen übliche Gedöns auch nicht lange aus: Es wird mit  einer Aggressivität und Kompromisslosigkeit verlautbart, wie man es ursprünglich nur bei rechten Kommentaren in Sachen Flüchtlingspolitik und entsprechenden Repliken findet. Maximalposition ist Trumpf.
Das wenn-du-nicht-für-mich-bist-bist-du-gegen-mich auch.
Darum hier mal ein Vorschlag zur Güte: Lasst das Lollapalooza doch einfach in Tempelhof weiter Lärm machen. Dafür wandern dann die 4000 armen Flughafen-Flüchtlinge und das demnächst ebenfalls in Tempelhof zu bauende Ankunftszentrum für Asylsuchende aus ganz Berlin einfach weiter in den Treptower Park. Den Notleidenden würde eine grüne Umgebung vor der Mobilhaustür anstelle monumentaler Betonarchitektur sicherlich sehr gut tun.    

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