Hitze, Dürre, Trockenheit: Wie geht es den Stadtbäumen in Berlin?

Können Linde, Ahorn und Eiche dem Klimawandel trotzen?
Mit 150.568 Bäumen belegt die Linde den ersten Platz der häufigsten Berliner Stadtbäume (Stand: Mai 2026). Ihr folgen der Ahorn mit 91.175 Exemplaren und die Eiche mit 39.856 Bäumen.
Vor allem Linden kommen sowohl mit Hitze als auch mit Luftverunreinigungen gut zurecht. Daher gehören sie bundesweit zu den beliebten Stadtbäumen. Insbesondere die Pflanzen, die bereits mehr als zehn Jahre an Ort und Stelle stehen, können Dürreperioden aufgrund ihres ausgeprägten Wurzelsystems meist gut aushalten.
Jungbäume mit einem Stammumfang bis 25 Zentimeter jedoch benötigen vor allem in den ersten fünf Jahren eine zusätzliche Bewässerung. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt empfiehlt daher zwischen April und August zweimal monatlich eine Wassergabe von rund 100 Litern. Die Aufgabe übernehmen in der Regel Firmen des Garten- und Landschaftsbaus, die vom zuständigen Bezirksamt beauftragt werden.
Tipp: Weisen Bäume bereits massive Trockenschäden auf, benötigen sie oft aus Sicherheitsgründen einen Rückschnitt. Im öffentlichen Raum in Berlin sind dafür die Straßen- und Grünflächenämter der Bezirke verantwortlich, unterstützt durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Privatpersonen – etwa Vermieter – können für die Baumpflege in Berlin einen Experten wie zum Beispiel BaumBüttner beauftragen.
Welche Baumarten sind besonders klimaresistent?
Auch der Ahorn, der zweithäufigste Baum an Berlins Straßen, zeigt sich relativ unempfindlich gegenüber Dürren und Frost. Insbesondere der Feld-Ahorn verträgt daher die stehenden Wetterlagen, die in Berlin und Brandenburg längst keine Seltenheit mehr sind.
Eichen sind ebenfalls als sogenannte „Klimabäume“ bekannt, denn sie sind vergleichsweise trockentolerant. Allerdings machen Schädlinge den Berliner Bäumen zu schaffen. Insbesondere der wärmeliebende Eichenprozessionsspinner.
Zusätzlich stellen die Raupen des Eichenprozessionsspinners eine Gesundheitsgefahr für den Menschen dar – zumindest ihre Brennhaare. Sie enthalten ein Nesselgift, das bei Berührung mit der Haut Immunreaktionen auslösen kann, darunter etwa Juckreiz oder Entzündungen. Vereinzelt kann es sogar zu einer sogenannten Nesselsucht kommen.
Neben Linde, Ahorn und Eiche sind auch andere häufige Baumarten in Berlin hitzeresistent und trockenheitstolerant. Dazu zählen etwa die Platane und die Robinie.
Anders sieht es dagegen bei der Kastanie aus, die den fünften Platz der sieben häufigsten Stadtbäumen der Hauptstadt belegt. Hier entscheidet die Art, ob es sich um einen „Klimabaum“ oder einen „Klimaverlierer“ handelt. So hält etwa die Edelkastanie auch Extremwetter stand. Dagegen leidet die Gewöhnliche Rosskastanie stark unter Trockenheit, Hitze und Schädlingen.
Berlin pflanzt Bäume, die dem Klimawandel trotzen sollen
Trockenheitsschäden sowie die Belastungen durch Schädlinge können die Stadtbäume Berlins stark in Mitleidenschaft ziehen. Mitunter sind daher Fällungen notwendig.
Damit die Metropole jedoch nicht ihre grüne Seele verliert, rief die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt bereits im Jahr 2012 die Stadtbaumkampagne ins Leben.
Die Bürger können hierbei 500 Euro für eine neue Baumpflanzung spenden – einzeln oder in einer Spendengemeinschaft.
Zur Baumauswahl stehen dabei insbesondere klimastabile Arten wie die Amerikanische Linde, der Japanische Schnurrbaum oder die Kaukasische Flügelnuss. Auch die Japanische Zelkove gilt als „Zukunftsbaum“, denn sie kommt hervorragend mit Hitze und Trockenheit zurecht. Da sie zudem dem städtischen Klima trotzen kann, könnte auch sie zukünftig zu den häufigen Stadtbäumen in Berlin gehören.