Kaffee-Mythen aufgedeckt: Die Wahrheit, die jeder Kaffeeliebhaber kennen sollte

Inhalt von Kaffee Kumpel GmbH:
Wie fast alles, was wir wirklich lieben, zieht auch Kaffee Mythen magisch an. Vielleicht liegt es an unserer Neugier: Wenn uns etwas am Herzen liegt, wollen wir jedes Detail ergründen – doch dieser Wissensdurst führt uns, so gut er auch gemeint sein mag, manchmal auf die falsche Fährte. Welche vermeintlichen Fakten, die viele kaffeebegeisterte Berliner für bare Münze nehmen, sind in Wahrheit reine Fiktion? Wir haben die hartnäckigsten Kaffeemythen für Sie unter die Lupe genommen. Begleiten Sie uns bei einer Aufklärung, die Ihren Blick auf die tägliche Tasse Kaffee grundlegend verändern könnte!
Mythos Nr. 1: Berliner lieben Bier mehr als ihren Kaffee
Fangen wir direkt vor der eigenen Haustür an, mit dem altbekannten Mythos, dass Berliner – und Deutsche im Allgemeinen – nichts mehr lieben als ein kühles Blondes. Sicher würden wir zu einem guten Bier nicht unbedingt Nein sagen, aber machen Sie mal einen Spaziergang durch Berlin-Mitte: Sie werden feststellen, dass die Anzahl der Cafés in dieser Stadt es locker mit der Menge an Bars aufnehmen kann. Unsere Vorlieben werden zudem durch Statistiken untermauert: Die Menge an Kaffee, die die Deutschen jährlich konsumieren, ist mehr als 1,5-mal so groß wie die Gesamtmenge an Bier. Unser Ruf als leidenschaftliche Kaffeetrinker mag den der Italiener vielleicht nicht übertreffen … aber wenn Sie in Berlin sind, sollten Sie vielleicht erst zu einer Tasse Kaffee greifen, bevor Sie sich ein Bier gönnen.
Mythos Nr. 2: Kaffee macht nüchtern, wenn man ein Glas zu viel hatte
Wo wir gerade beim Thema Bier sind: Hat man Ihnen auch schon einmal dazu geraten, eine Tasse Kaffee zu trinken, um wieder ein bisschen nüchterner zu werden? Für uns eingeschworene Kaffee-Fans ist eine zusätzliche Tasse zwar nie eine schlechte Idee, aber man würde die Macht des Koffeins deutlich überschätzen, wenn man von ihm erwartet, dass es einen auf magische Weise ausnüchtert. Es ist ein Stimulans und kann einen daher ein wenig munter machen, aber Koffein hat keinerlei Einfluss darauf, wie die Leber den Alkohol abbaut. Ein Espresso, bevor man ins Taxi steigt, schadet sicher nicht – aber erwarten Sie bloß nicht, dass er den Alkohol im Alleingang besiegt!
Mythos Nr. 3: Kaffee entzieht dem Körper massiv Wasser
Die Chancen stehen gut, dass Ihnen beim Betreten eines der vielen Berliner Cafés eine Wasserkaraffe mit ein paar Gläsern auf dem Tresen auffällt. „Ach ja“, denken Sie sich vielleicht, „wie nett vom Barista, dafür zu sorgen, dass ich etwas Wasser habe, um den Flüssigkeitsverlust durch den Kaffee auszugleichen!“ Die Wahrheit ist: Auch wenn Koffein eine leicht entwässernde Wirkung hat, ist diese bei weitem nicht so stark, dass sie eine Dehydrierung verursachen könnte. Tatsächlich besteht die Tasse Kaffee, die Sie gerade bestellt haben, zum größten Teil aus Wasser und kann sogar zu Ihrer empfohlenen täglichen Flüssigkeitszufuhr gezählt werden. Und die Wasserkaraffe auf dem Tresen? Die hat viel mehr damit zu tun, Ihren Gaumen zu neutralisieren, als einer Dehydrierung vorzubeugen – also greifen Sie trotzdem ruhig zu!
Mythos Nr. 4: Ein Espresso schlägt normalen schwarzen Kaffee beim Koffeingehalt
Nach einer langen Clubnacht entscheiden Sie sich am nächsten Morgen vielleicht für einen einfachen Espresso (oder gleich einen doppelten). Schließlich ist ein Espresso so ziemlich das Stärkste, was man an Kaffee bekommen kann, oder? Nun ja, nicht ganz. Er ist sicherlich das reichhaltigste und am stärksten konzentrierte aller koffeinhaltigen Getränke, aber wenn es um die reine Menge an Koffein geht, steht der Espresso nicht an erster Stelle. Ein durchschnittlicher Espresso-Shot enthält etwa 63 mg Koffein, verglichen mit 95 bis 200 mg in einer Standardportion schwarzem Kaffee. Wenn Ihre Energiereserven also wirklich am Boden sind, denken Sie daran, dass eine klassische Tasse schwarzer Kaffee tatsächlich die weitaus bessere Wahl sein dürfte.

Mythos Nr. 5: Dunkle Röstungen sorgen für einen stärkeren Koffein-Kick
Wir Deutschen lieben eine Tasse kräftigen, gehaltvollen Filterkaffee – und das ist tatsächlich kein Mythos! Ein weit verbreiteter Irrglaube ist jedoch, dass dunkel geröstete Kaffebohnen nicht nur die intensivsten Aromen, sondern auch den stärksten Koffein-Kick bieten. In Wahrheit ist genau das Gegenteil der Fall: Der Röstvorgang beschleunigt den Abbau der Koffeinverbindungen. Je länger dieser Prozess also dauert (und je dunkler die resultierende Röstung ausfällt), desto weniger dieser anregenden Substanz übersteht ihn unbeschadet. Sind Sie auf der Suche nach dieser rauchigen Geschmackstiefe? Dann greifen Sie unbedingt zu einer dunklen Röstung! Wenn es Ihnen jedoch rein um das Koffein geht, sind hell geröstete Kaffeebohnen die bessere Wahl.
Mythos Nr. 6: Je frischer die Röstung, desto besser der Kaffee
Dieser letzte Punkt mag etwas widersprüchlich klingen, aber hören Sie uns trotzdem kurz zu! Ständig wird uns eingeredet: Je frischer der Kaffee, desto besser – und obwohl das bis zu einem gewissen Grad stimmt, gibt es dabei einen kleinen Haken. Nach dem Rösten gibt Kaffee noch eine Zeit lang Kohlendioxid ab; dieser Prozess ist als „Degassing“ (Entgasen) bekannt. Eine moderate Menge an Kohlendioxid in Ihrem Kaffee ist durchaus positiv, doch ein Übermaß führt oft zu einer ungleichmäßigen Extraktion und unerwünschten Bitterstoffen. So überraschend es auch sein mag: Kaffeebohnen können tatsächlich zu frisch sein. Daher ist es nicht unbedingt die beste Idee, auf der Verpackung nach dem allerjüngsten Röstdatum zu suchen.
Schluss mit den Mythen – her mit dem perfekten Kaffee.
Nachdem wir mit den gängigsten Kaffee-Mythen nun gründlich aufgeräumt haben, sind Sie bereit, die Welt des Kaffees so zu sehen, wie sie wirklich ist – und die Realität ist vielleicht sogar besser und facettenreicher, als Sie bisher dachten. Denn am Ende gilt: Keine Mythen bedeuten keine Enttäuschungen, und wer die Fehlerquellen kennt, kann seinen Kaffee noch mehr genießen als je zuvor!