„Körperwelten“ im Menschen Museum

Schließlich gibt es nur in der deutschen Hauptstadt ein Museum für den Menschen: „Es gibt unzählige Museen auf der Welt von Produkten, die Menschen erfunden und hergestellt haben, sei es Kunst, Autos oder Currywurst. Doch über den Menschen und über das, was den menschlichen Körper ausmacht, gibt es kein Museum–obwohl der Körper uns ein Leben lang am nächsten ist“, führt Dr. Gunther von Hagens aus. Das Museum am Fuße des Fernsehturms wird von Dr. Angelina Whalley kuratiert, die seit über einem Jahr an der Konzeption der Ausstellung arbeitet. „Das Menschen Museum zeigt etwa 200 Teil-und 20 Ganzkörperplastinate, die die Komplexität des menschlichen Körpers, aber auch seine Verwundbarkeit deutlich machen sollen. Dennoch unterscheidet sich das Museum in seiner Gestaltung und in der Didaktik von den bisherigen Ausstellungen, sodass sich auch für Kenner der „Körperwelten“ ein neuer Eindruck ergeben wird“, führt die Ärztin Dr. Whalley aus.
Im Kapitel Körperversessen und Körpervergessen, das sich mit dem Bewegungsapparat beschäftigt, erleben die Besucher beispielsweise ein Akrobatenpaar mit Spiegel in der Hand: „Für unsere täglichen Aufgaben wird der Körper immer bedeutungsloser, weil alles nur noch maschinell oder digital erledigt wird. Dennoch boomen Fitness-Studios und Schönheits-OPs. Diesen Widerspruch aufzugreifen und plastisch darzustellen, war mir ein großes Anliegen“, erläutert Dr. Whalley. Besonders drastisch verdeutlicht das Exponat „Atlas“ sein Thema: Eingekrümmter Körper, der die Last der Erdkugel auf seinen Schultern zu tragen scheint, symbolisiert das Thema Druck und Ausgleich, das sich mit dem Atmungs- und Herzkreislaufsystem beschäftigt. Sämtliche Plastinate werden mit auch für den Laien verständlichen medizinischen Erklärungen beschriftet, zudem gibt es einen Audio-Guide. “ Ich freue mich sehr, dass die Türen des Menschen Museums nun endlich geöffnet werden!“, fügt Dr. Gunther von Hagens hinzu.

Mehr Informationen unter www.memu.berlin

Die Besucher der Ausstellung wurden nach ihren Eindrücken gefragt. Eine Auswahl der Reaktionen finden Sie in unserer Bildergalerie.

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