Essen & Trinken in Berlin

Koshary Lux in Charlottenburg

Eine der spannendsten Street-Food-Küchen der Stadt ist sesshaft ?geworden – in Charlottenburg.

Koshary Lux in Charlottenburg

Nicht, dass Charlottenburg kein gutes Pflaster für authentische Länderküchen wäre. Asiatisch, chinesisch vor allem, isst es sich noch immer am puristischsten entlang der Kantstraße. Dass es aber Michael Landeck mit seiner nordafrikanisch-orientalischen Street-Food-Küche ausgerechnet in die Grolmannstraße verschlagen hat, war dann doch eine Überraschung. Vom Street Food Thursday in der Kreuzberger Markthalle Neun kennt man sein Koshary Lux. Im Savignykiez hat er nun die in mancher Hinsicht multikulinarischere Nachbarschaft gefunden. Israelis, Türken, Pfälzer, die ägyptische und nordafrikanische Community sowieso: Seine ägyptische Alltagsküche trifft viele Geschmäcker und den Wunsch, mittags leicht und dennoch mit vollem Mundgefühl (Stichwort: umami) zu essen.
Womit wir also beim Koshary (Foto) wären. Jenem ägyptischen Nationalgericht, das dem Koshary Lux – Küchenautodidakt Michael Landeck hat mit Unterbrechungen knapp zwei Jahrzehnte in Kairo gelebt – also den Namen gab. Reis, Makkaroni, Linsen, dazu eine würzige Tomatensoße, Kichererbsen, eine Zitronen-Knoblauch- (Daa’a) oder Chili-Soße (Shatta) und vor allem: unfassbar chrunchy-aromatische karamellisierte Zwiebeln: So ein Teller kostet 6,50 Euro als große und 4,50 Euro als kleine Portion. Glücklich und satt macht schon Letzterer. Erst recht, weil es danach noch unbedingt ein Mehalabya sein sollte, ein mit Rosenwasser und Pistazien aromatisierter Milchpudding (3,40 Euro).
Darüber hinaus hat Michael Landeck auf das allzu Offensichtliche des arabisch-orientalischen Street Food verzichtet. Kein Shawarma, kein Falafel, stattdessen ein Foul, jenes zitronenfrische Bohnenmus, das bereits wunderbar zum Frühstück funktionieren würde. Aber es gibt ja Tage, an denen man vor 11.30 Uhr ohnehin nicht zum Frühstück kommt. Dann nämlich wird der gleichzeitig spielerisch wie konsequent gestaltete Laden geöffnet. Unbedingt den selbst gemachten Hibiskustee probieren!       

Text: Clemens Niedenthal

Foto: Philipp Külker

Koshary Lux Grolmannstr. 27, Charlottenburg, ?Mo–Do 11.30–18 Uhr, Fr+Sa 11.30–22 Uhr,? www.facebook.com/KLXKosharyLux

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