Online-Events

Kultur im Stream: Der Veranstaltungskalender mit Programm aus Theatern, Clubs und Wohnzimmern

Die Kultur wird digital, zahlreiche Künstler*innen treten im Internet auf. Konzerte, Bühnenstücke und Lesungen gibt es im Livestream. DJ-Sets werden aus leeren Clubs gestreamt. Opernhäuser und Theater machen ihre besten Aufführungen online zugänglich. Und Kammerensembles und Orchester bringen ihre Angebote auf die digitale Bühne – manchmal sogar live. Comedy und Cabaret, Kunstprogramm, Vorträge, Choreografien und Diskussionen: Die Online-Kultur lebt.

tipBerlin hat den digitalen Veranstaltungskalender mit den besten Streams. Ihr habt selbst Vorschläge? Dann schreibt uns: online-team(at)gcmberlin.de

Kultur-Highlights – Die besten Streams am Wochenende

26.6.: Vizediktator im Festsaal Kreuzberg

Straßenpop für Berlin: Vizediktator spielen im Livestream. Foto: Promo

Das Livestream-Konzert im April ist ausgefallen, nun wird es nachgeholt. Vizediktator präsentieren Straßenpop mit politischem Bewusstsein. Freiwillige Spenden gehen an die Kampagne „Plus1 – Refugees Welcome“. Festsaal Kreuzberg um 20 Uhr.


27.6.: Rave The Planet

Anahit Vardanyan legt für Rave The Planet auf. Foto: Promo
Anahit Vardanyan legt für Rave The Planet auf. Foto: Promo

Jeden Samstag präsentiert Rave The Planet Livestream-DJ-Sets – heute in Kooperation mit dem „Deichbrand“-Festival. An den Turntables: André Winter, Oliver Huntemann und Anahit Vardanyan. Von 14.30 bis 18 Uhr auf Instagram.    


Die Komische Oper streamt die bunte Inszenierung "Orpheus". Foto: Iko Freese/drama-berlin.de
Die Komische Oper streamt die bunte Inszenierung „Orpheus“. Foto: Iko Freese/drama-berlin.de

Bis 29.6.: Orpheus

Die Titelfigur in Monteverdis Oper ist unterwegs durch die Unterwelt. Barrie Koskys grelle Inszenierung des „Orpheus“ macht daraus eine Reise zu sich selbst – und ein farbenprächtiges Fest der Musik. Besonders beeindruckend ist die Neuinstrumentierung der Komponistin ­Elena Kats-Chernin. Komische Oper Berlin, On-demand-Programm.


Langfristig für euch da: Streams von Konzerten, Klassik, Opern, Kunst und Theater

  • „Quarieté“: Der Wintergarten hat seine schönsten Aufführungen digital aufbereitet.
  • Die Komische Oper Berlin hat neben „Die Perlen der Cleopatra“ mit Dagmar Manzel eine ganze Reihe von Inszenierungen im Online-Repertoire. Mit dabei sind Barrie Koskys Inszenierung des grotesk-volkstümlichen „Der Jahrmarkt von Sorotschinzi“ sowie Schönbergs biblische Oper „Moses und Aron“.
  • DSO Berlin: Das Orchester unter der Leitung von Robin Ticciati hat einen Online-Spielplan, jede Woche gibt es ein neues Konzert. Das Programm findet ihr hier.
  • Herausragende Performances im kleinsten Rahmen: Die Plattform berta.berlin organisiert Clubkonzerte, z.B. im Gretchen.
  • Das Studierendenwerk Berlin stellt jedes Semester ein Kulturprogramm zusammen – diesmal komplett digital. Lesungen, Konzerte, Quiz-Events, Kunst, Filme, Theater und Workshops stehen auf dem Programm.
  • Igor Levit hat Twitter zahlreiche Livestream-Konzerte gespielt, die immer noch abrufbar sind.


Theater im Stream

Das Berliner Ensemble mit Corona-Bestuhlung. Bis die neue Spielzeit beginnt, gibt es Theater vor allem online als Stream. Foto: Ingo Sawilla
Das Berliner Ensemble mit Corona-Bestuhlung. Bis die neue Spielzeit beginnt, gibt es Theater vor allem online als Stream. Foto: Ingo Sawilla

Die Bühnen in Berlin haben schnell reagiert, mittlerweile gibt es an fast allen Theaterhäusern digitale Programme. Das Deutsche Theater hat jeden Dienstag und Donnerstag ein neues Stück online. Die Schaubühne wechselt täglich das Programm, nur montags ist spielfrei. Das Schlosspark Theater sendet freitags „Geist mit Humor“: kleine Ausschnitte großer Produktionen. Und das HAU hat einen Online-Spielplan mit Theaterstücken und Diskussionen.

Bis die Bühnen wieder zu normalem Spielbetrieb zurückkehren, dauert es noch eine Weile. Die Lösung für viele Häuser ist momentan der Hof. Das Deutsche Theater und das Berliner Ensemble spielen unter freiem Himmel.

Klassik im Stream

Klassik im Stream: Auch das DSO Berlin hat ein Online-Programm mit Meisterwerken der klassischen Musik. Das Bild zeigt das Orchester in Zeiten vor Corona. Foto: Kai Bienert
Klassik im Stream: Auch das DSO Berlin hat ein Online-Programm mit Meisterwerken der klassischen Musik. Das Bild zeigt das Orchester in Zeiten vor Corona. Foto: Kai Bienert

Die großen Häuser sind zwar weiterhin geschlossen, haben aber ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Online gibt es jeden Tag etwas Neues vom Konzerthaus Berlin, und sowohl das DSO Berlin als auch die Philharmonie haben umfassende Stream-Angebote für das Internet-Publikum. Daneben sind viele Künstler*innen aktiv, indem sie aus Wohnzimmern streamen: Igor Levit setzt sich fast jeden Tag an seinen Konzertflügel. Daniel Hope hat gemeinsam mit Arte eine ganze Konzertreihe aus seinen Wohnzimmer-Auftritten gemacht. Die ging sogar auf Tour, der Auftakt fand in Clärchens Ballhaus statt.


Lesungen und Diskussionen im Stream

Literatur, Kunst und Diskussionen im Stream: Alexander Kluge wagt in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Berlin den "Versuch einer Revue". Foto: privat
Literatur, Kunst und Diskussionen im Stream: Alexander Kluge wagt in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Berlin den „Versuch einer Revue“. Foto: privat

Das Literaturhaus Berlin hat sich ins Internet verlagert, das Programm mit Buchpremieren und Lesungen findet nur noch online statt. Auch das Haus für Poesie hat einen #kanalfürpoesie eingerichtet. Daneben gibt es immer wieder Diskussionsveranstaltungen im Livestream – regelmäßig etwa in Zusammenarbeit mit dem Futurium und dem HAU.


Konzerte im Stream

Livestream-Premiere: Erobique und weitere im HAU. Foto: Julia Steinigeweg
Livestream-Premiere: Erobique und weitere im HAU. Foto: Julia Steinigeweg

Im HAU hätte die Revue „Wir treiben die Liebe auf die Weide“ schon im April stattfinden sollen. Einen Song daraus gab es stattdessen immerhin als Live-Premiere mit Erobique. Konzerte findet man online jede Menge. Aus Wohnzimmern melden sich Andrej Hermlin und Manfred Maurenbrecher regelmäßig. Aber auch Clubkonzerte gibt es noch, nur eben fürs Netz. So streamt das Kollektiv Berlin Culture Cast regelmäßig, und im Frannz-Sendesaal treten Singer-Songwriter auf.  


Die neue Online-Clubkultur: #unitedwestream

Corona, Kultur, Club: Das Watergate hat mitgemacht bei #unitedwestream. Livestreams aus Berliner Clubs machen Stimmung – und auf die prekäre Lage aufmerksam.
Das Watergate bei #unitedwestream. Desinfektionsmittel darf nicht fehlen beim DJ-Set. Und Publikum ist nicht dabei, die Livestreams finden ohne Publikum im Haus statt. Foto: Jascha Müller-Guthof

#unitedwestream ist der Hashtag, unter dem die digitale Feierkultur sich sammelt. Das Streaming-Angebot beginnt mit Live-DJ-Sets von leeren Dancefloors, außerdem Konzerte, Performances, Diskussionsrunden, Vorträge und Filme. Jeden Tag um 19 Uhr geht es mit einem neuen Club los. Angeschlossen ist auch das Format #unitedwetalk. Die Clubs werden so zu Bühnen für politische Positionen – und streamen live.


Oper im Stream

Oper im Stream: Dagmar Manzel in der Titelrolle der Operette "Die Perlen der Cleopatra" an der Komischen Oper Berlin. Foto: Iko Freese/drama-berlin.de
Oper im Stream: Dagmar Manzel in der Titelrolle der Operette „Die Perlen der Cleopatra“ an der Komischen Oper Berlin. Foto: Iko Freese/drama-berlin.de

Die Komische Oper Berlin hat gleich mehrere Werke im On-Demand-Programm: Claude Debussys rätselhaft-verträumte Opern-Bearbeitung von Maurice Maeterlincks „Pelléas et Mélisande“, Jaromír Weinbergers „Frühlingsstürme“, die wohl letzte Operette der Weimarer Republik, ein Kurt-Weill-Programm mit Barrie Kosky und Katharine Mehrling, außerdem „La Bohème“ von Puccini und Tschaikowskis“ Jewegeni Onegin“ und „Die Perlen der Cleopatra“. Auch die Deutsche Oper Berlin hat ein Online-Programm. Ganze Inszenierungen sind nicht mehr zu sehen, aber dafür kleine Kammermusik-Stücke mit Ensemble-Mitgliedern.


Kunst, Galerien und Museen online

Kunst und Filme im Stream: Shahram Entekhabis "Breakfast with Dinosaurs" (2008) ist Teil des "Berlin Video Art Festivals" in der Berlinischen Galerie. Foto: courtesy the artist
Kunst und Filme im Stream: Shahram Entekhabis „Breakfast with Dinosaurs“ (2008) war Teil des „Berlin Video Art Festivals“ in der Berlinischen Galerie. Foto: courtesy the artist

In den Galerien und Museen gibt es ein abwechslungsreiches Online-Angebot. Vor allem Führungen auf Instagram sind beliebt, daneben aber auch Talk-Formate und kuratierte Festivals. Aber die Kulturinstitutionen öffnen wieder. Die gelockerten Corona-Regeln betreffen Galerien und Museen: Was in Berlin wieder offen ist, steht hier.

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