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17. poesiefestival berlin: Kein schöner Land

17. poesiefestival berlin: Kein schöner Land - Titilope Sonuga

Titilope Sonuga (Foto: Eniola Abumere)

Lesungen – Performances – Musik vom 3. bis 11. Juni Akademie der Künste (Hanseatenweg)

Das diesjährige poesiefestival berlin, vom 3. – 11.6. in der Akademie der Künste, greift die politischen und kulturellen Umwälzungen unserer Lebenswirklichkeit auf: Flucht und Migration verändern unseren Kontinent. Europa gewinnt mit den Menschen, die aus aller Welt kommen, an Kulturen, Sprachen und Wort-Schätzen, trotz aller Schwierigkeiten, dazu. Jenseits nationalistischer Ideen gehen Dichterinnen und Dichter mit poetischer Formenvielfalt vergangenen und aktuellen Umbrüchen nach, immer mit dem Blick auch auf das (sprach)ästhetische Potential.

Mit Weltklang – Nacht der Poesie eröffnet das von der Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie ausgerichtete Festival in der Akademie der Künste, Hanseatenweg, u.a. mit Caroline Bergvall (Norwegen/Frankreich), Gerhard Falkner (Deutschland), Rasha Omran (Syrien), Charles Simic (USA) und Uljana Wolf (Deutschland).

Poets‘ Corner lädt mit öffentlichen Sommerlesungen von Berliner Dichterinnen und Dichtern in die Stadtbezirke.

Über Klang, Text und Rhythmus erhält das Publikum bei Nigeria: Im Herzen der Erde sinnliche Eindrücke von einem Land, das durch seine Schönheit und seinen Rohstoffreichtum ebenso geprägt ist wie durch Ausbeutung, Bürgerkrieg und Terror.

Zu Poetry and Conflict kommen Dichterinnen und Dichter, die gesellschaftliche Realitäten ändern wollen, aus verschiedenen Kontinenten zu Diskussion und Lesung zusammen. Sie nahmen an Aufständen und Kämpfen für Menschenrechte teil oder waren Zeugen von Kriegen. In ihrer Lyrik sind diese Erfahrungen deutlich spürbar.

Das Colloquium des 17. poesiefestival berlin widmet sich dem Thema Flucht und Literatur. Dichterinnen und Dichter, ursprünglich aus Syrien, Palästina und dem Kongo, diskutieren mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie eine Sprache jenseits von kaschierenden Begriffen wie "Hotspot" und "Transitzone" gefunden werden kann.

Der Balkan, derzeit Durchgangsstation auf der Flüchtlingsroute, war und ist eine zersplitterte Region. Autoren, ihre Literaturen und Sprachen drifteten auseinander, so wie ihre Länder zuletzt im Jugoslawienkrieg. Mit Balkan Balcony holt das Festival Dichterinnen und Dichter nach Berlin, die den Balkan gemeinsam und jenseits nationalistischer Ideen neu diskutieren – selbst migriert, schauen sie aus der Distanz auf die auch sprachliche Entwicklung in ihren Herkunftsländern.

VERSschmuggel heißt, Poesie mit Poesie zu übersetzen. Dichterinnen und Dichter zweier Sprachen arbeiten paarweise daran, die Original-Texte des Kollegen zu übertragen, unterstützt von Literaturübersetzern und Interlinearübersetzungen. So entsteht ein direkter Austausch, der ein zollfreies "Schmuggeln" von stilistischen Zusammenhängen und poetischen Traditionen ermöglicht. Auf dem 17. poesiefestival berlin erklingen Gedichte aus zwei VERSschmuggel-Projekten: ein hebräisch-deutsches und das achtzehn südasiatische Sprachen umfassende Poets translating Poets.

Das 17. poesiefestival berlin verbindet Dichtung mit Musik und Performance: Heiner Müller-Texte treffen auf Franz Schuberts/Wilhelm Müllers Winterreise, szenisch dargestellt von Corinna Harfouch und Nino Sandow. Bei e.poesie trifft Lyrik auf Elektro, mit dabei sind u.a. Kelvin Sholar und Jimi Tenor (Foto).

Jimi Tenor

Auf dem Lyrikmarkt zum Abschluss des Festivals laden poetische Publikationen zum Schmökern und Kaufen ein. Das Markttreiben wird von Lesungen, einem Kinderprogramm, Filmen aus dem ZEBRA Poetry Film Festival und Live-Musik begleitet – mit Der Nino aus Wien, der Band Kofelgschroa aus Oberammergau und der Berliner Singer-Songwriterin Kitty Solaris.

Das vollständige Programm und den Online-Kartenvorverkauf finden Sie unter www.literaturwerkstatt.org

Das poesiefestival berlin, gefördert vom Hauptstadtkulturfonds, wird ausgerichtet von der Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie und findet in Kooperation mit der Akademie der Künste statt.

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