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Jubiläum

20 Jahre Nico and the Navigators

Blick zurück nach vorn: Die Gruppe Nico and the Navigators feiert ihr 20-jähriges Bestehen in „Die Zukunft von gestern“ mit alten Mitstreitern

Foto: Jean-Marc Turmes

Gegründet hat die Regisseurin Nicola Hümpel ihr Ensemble Nico & The Navigators 1998 am Bauhaus Weimar. Doch noch im gleichen Jahr fand die Gruppe in den Berliner Sophiensaelen als Artist in Residence eine neue künstlerische Heimat. Rückblickend betrachtet Hümpel die ersten Jahre der Navigators als hart, „auch, weil wir selbst und unsere Förderer immer mehr ­erwartet haben, als mit den finanziellen Mitteln eigentlich umgesetzt werden konnte“, erzählt sie. „So haben wir mit jeder Produktion versucht, uns selbst zu übertrumpfen, und sind dabei oft an unsere physischen, psychischen und finanziellen Grenzen gegangen.“ Doch die Mühen und hohen eigenen Ansprüche bringen schließlich Anfang des Jahrtausends den internatio­nalen Durchbruch im zeitgenössischen Musiktheater.

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums kehren Nico & The Navigators an die alte Wirkungsstätte zurück. Statt Wiederaufnahmen von Erfolgsstücken bringen sie eine Uraufführung. In „Die Zukunft von gestern“ setzen sich drei Generationen von einstigen und heutigen Ensemble-Musikern und -Schauspielern mit der Geschichte der Navigators auseinander. Das Forschen nach den menschlichen Abgründen und Auftrieben wird dabei mit persönlichen Motiven verwoben. „Am Ende wird man die Ensemblemitglieder ein ganzes Stück besser kennen – und sehen, wie historische Erschütterungen und deren private Auswirkungen über die navigatorische Methode zu künstlerischer Kraft umgewandelt wurden und werden“, sagt Hümpel. „In Yui Kawaguchis Heimat gab es das Fukushima-Drama, ­Michael Shapira lebt als Israeli in einem zunehmend antisemitischen Deutschland, Ted Schmitz’ ­US-amerikanische Landsleute haben in seiner Heimat einen völkisch denkenden, unberechenbaren Präsidenten gewählt – und Anna-Luise Recke zeichnet ihren künstlerischen Weg von der ­Paluccaschule in der DDR bis in das heutige Deutschland.“

Die Aufführungen werden umrahmt von einer Ausstellung von Bühnenbildern und Fotografien vergangener Produktionen. Für Hümpel besitzt der Stücktitel eine doppelte Bedeutung: „Neben der Ensemble-Geschichte wird anhand der Handlung deutlich, dass es einer fortwährenden Anstrengung bedarf, um demokratische Grundrechte auch zukünftig gesichert zu wissen.“

Termine: Sophiensaele Sophienstr. 18, Mitte, 20 Uhr, Eintritt 18, erm. 12 €

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