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22. Lesbisch-schwule Stadtfest in Schöneberg

motzstrassenfest„Gleiches Recht für Ungleiche“ ist das Motto des Fests, das seit 1993 jedes Jahr aufs Neue Besucherrekorde aufstellt. Es kommt wohl auch deshalb so gut an, zumal dieses Jahr, weil „das Lesbisch-schwule Stadtfest der neutrale Treffpunkt für die Community ist“, wie Dieter Schneider vom Regenbogenfonds betont – nämlich abseits allen Zoffs zu nunmehr drei miteinander konkurrierenden CSD-Demos eine Woche später. Zu den Höhepunkten des Festes zählt die Verleihung des Rainbow Awards, der seit 1996 an Personen und Organisationen vergeben wird, die sich besonders für homosexuelle Anliegen eingesetzt haben.

In diesem Jahr geht der Award an die Initiative „Enough is Enough – Open your mouth“, die am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homophobie, eine überwältigende Demo organisiert hat, bei der Tausende auf die Berliner Straßen gingen, um für Menschenrechte zu demonstrieren und darauf aufmerksam zu machen, dass Homophobie und vor allem Transphobie noch immergroße gesellschaftliche Probleme sind. Das Straßenfest, im Volksmund auch „Motzstraßenfest“, ist in sieben „Welten“ aufgeteilt, die eine ausgewogene Mischung aus Politik, Engagement, aber natürlich auch Lebensfreude bieten: „Positivenwelt“, „Filmwelt“, „Politikwelt“, „Radiowelt“, „Reisewelt“, „Sportwelt“ und „Wellness- und Gesundheitswelt“. Auch ein breites Spektrum lesbischer, schwuler, bisexueller und transidentischer Projekte, Vereine und Organisationen präsentiert sich, um dabei zu helfen, Vorurteile abzubauen und sich für „gleiche Rechte für Ungleiche“ einzusetzen. Wir haben zehn Highlights für Sie ausgewählt.

Berlin Bruisers
Bei Deutschlands erstem schwulen Rugby-Team ist jeder Sportinteressierte willkommen – egal ob mit oder ohne Erfahrung. Auch Heteros.    
Berlin Bruisers ?Stand 210, Kalckreuthstraße 12, ?www.berlin-bruisers.com

Bisexuelles Netzwerk e.?V.
Bisexualität ist erstaunlich selten Thema – als gäbe es nur homo oder hetero. Das Netzwerk unterstützt Selbsthilfegruppen und kämpft für die Anerkennung verschiedener Lebensentwürfe.    
Bisexuelles Netzwerk e.?V.?Stand 150, Fuggerstraße 10, ?www.bine.net

Show, Award & Musik

Auf der Bühne sind Entertainment und Menschenrechte angesagt: Am Samstag um 15 Uhr stellt Gerhard Hoffmann bei seiner Promi-Talkshow „Das wilde Sofa“ seine Gäste Dilek Kolat und Wieland Speck auf die Probe. Um 16 Uhr wird der Rainbow Award verliehen an die Initiative „Enough is Enough – Open your mouth“. Und um 22 Uhr spielt die Band Jimmy und die Stricherjungs aus Wien queeren Pop.    
Hauptbühne ?Ecke Eisenacher-/Fuggerstraße, Details auf www.regenbogenfonds.de

Enough is Enough
Die Initiative ist diesjähriger Preisträger des Rainbow Awards, für die beeindruckende Demo am Tag gegen Homophobie durch die halbe Stadt.    
Enough is Enough? Stand 169, Fuggerstraße 6, ?www.open-your-mouth.eu?

Eurovision Fans Berlin
Die Regionalgruppe Berlin veranstaltet regelmäßig Partys und Wochenenden für alle, die das Jahr über an ESC-Entzugserscheinungen leiden.    
Eurovision Fans Berlin? Stand 143, Fuggerstraße 12,? www.ecgermany.de

Homosexuelle und Kirche e.?V.
Die Organisation macht sich stark für die volle Teilhabe von LGBTQs am kirchlichen Leben.    
Homosexuelle und Kirche e.?V.?Stand 251, Kalckreuthstraße 8,? www.huk.org

Jugend gegen AIDS e.?V.
Lehrerfortbildungen und Schulworkshops sollen dafür sorgen, das Wissen über die Krankheit zu stärken und Kondome selbstverständlich zu machen – wichtig in einer Zeit, in der manche wieder fahrlässig werden.    
Jugend gegen AIDS e.?V.?Stand 494, Motzstraße 32, ?www.jugend-gegen-aids.de?

Maneo
Das schwule Anti-Gewalt-Projekt hat das psychisch enorm wichtige schwule Überfalltelefon ins Leben gerufen und veranstaltet regelmäßig Kiss-in-Demons-trationen.    
Maneo? Stand 572, Motzstraße 12,?Überfalltel.: 216 33 36, ?tgl. 17–19 Uhr, www.maneo.de

Regenbogenfamilienzentrum
Hier gibt es Beratung, Vernetzung und Fortbildungen für LGBTQs mit Kindern oder Kinderwunsch.    
Regenbogenfamilienzentrum? Stand Nr 229, Kalckreuthstraße 14, ?Kontakt: [email protected]

QueerAmnesty
„Liebe ist ein Menschenrecht“, sagt Amnesty International und seine queere Truppe, die sich jeden zweiten Montag im Monat trifft, um Aktionen zu planen.    
Queer Amnesty? Stand 646, Kalckreuthstraße 3,? www.queeramnesty-berlin.de

AG schwule Lehrer
Kaum irgendwo sonst hört man „schwul“ als Schimpfwort so oft wie auf dem Pausenhof. Die AG kämpft gegen Diskriminierung an Schulen und macht Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Schwule und Schule.    
AG schwule Lehrer ?Stand 346, Eisenacher Straße 117, www.schwulelehrer.de

Auswahl und Texte: Dominik Haag

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