Kultur

39,7 Grad Reisefieber

Urlaubskrank__BettyMyller1572Die Woche vor dem Urlaub ist die schlimmste. Da müssen Berge alter Unterlagen auf dem Schreibtisch abgetragen und die Kollegen für alle möglicherweise auftretenden Katastrophen instruiert werden. Am frühen Freitagmorgen werden dann hektisch die Koffer gepackt, damit es gleich nach der Arbeit mit Volldampf auf die Autobahn gehen kann. Doch dann das: Schon auf der Fahrt kratzt es im Hals. Am nächsten Morgen liegt man nicht am Strand, sondern im Hotelbett.

Mit Fieber. So scheint wieder Murphys Gesetz zu wirken, nach dem bekanntlich schiefgeht, was schiefgehen kann: Wenn man krank wird, dann im Urlaub. Warum bitte ist das so? Bringt vielleicht das Gebläse im Auto die Erkältung? Oder exotisches Essen die Magendarminfektion? „Wenn man endlich Urlaub hat, ist es meist allerhöchste Zeit, dass man sich erholt“, sagt die Ärztin Katharina Graffmann-Weschke vom Präventionsteam der Berliner AOK. „Die Akkus sind leer, man ist absolut urlaubsreif, und dazu kommen dann noch die Strapazen des Anreisens.“ Das Phänomen „Krank im Urlaub“ ist für sie vor allem ein Stressproblem. Stress schwächt die Abwehrkräfte. „Die meisten nehmen sich schon für die Planung und das Packen zu wenig Zeit“, kritisiert die Gesundheitswissenschaftlerin. „Und dann hetzt man zum Flughafen oder rast über die Autobahn. Dabei sollte die Anreise keine Tortur sein, sondern schon der erste Teil des Urlaubs.“ Das näher rückende Abreisedatum kann bei sensiblen Naturen zu innerer Unruhe und erhöhter Nervosität bis hin zu Schlafstörungen führen. Das nannte man früher Reisefieber …

Text: Oliver Numrich

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