Kultur

Abenteuer Einwanderung

Foto: SimonKriege, Unterdrückung, Armut. Es gibt wichtige Gründe, seine Heimat zu verlassen, um woanders ein neues Leben zu beginnen. Raymond verließ die USA, weil er nicht in den Vietnam-Krieg wollte, und landete zum Ärger seiner jüdischen Eltern im Land der Nazis. In der Ausstellung „Weltbürger“ – sie wird anlässlich des 650-jährigen Jubiläums von Neukölln gezeigt – werden Raymonds und 14 weitere Geschichten erzählt. Auf bunten Pfaden folgt der Besucher den spannenden Lebenswegen der Protagonisten und erfährt dabei auch, wie sie welthistorische Momente miterlebt haben.
In den Stadtteilführungen von (Zweite) Heimat Neukölln berichten zehn Frauen auf fünf Touren in mindestens neun Sprachen nicht nur von der Entwicklung Neuköllns, sondern auch von ihren ganz persönlichen Hürden, die sie bei ihrer Integration zu bewältigen hatten. Jenseits gesichtsloser Migrationsstatistiken entsteht so ein lebendiges Bild Berliner Einwanderungsgeschichte. Diesen Anspruch soll auch Berlins erstes – virtuelles – „Denkmal für Migration“ erfüllen. Auf der entsprechenden Internetplattform erzählen Schüler die Migrationsgeschichten ihrer Familien, manchmal aber auch, wie sie selbst den Aufbruch in ein neues Land erlebten. Kurze biografische Texte geben einen interessanten, mitunter auch berührenden Einblick in die Odysseen der Beteiligten. 300 Geschichten, die man etwa nach Auswanderungsjahren oder -gründen abrufen kann, sind erst der Anfang für das wachsende Archiv gelebten Migrationswissens.

Text: caM

Foto: Simon

Weltbürger, Galerie im Saalbau, Karl-Marx-Str. 141, Neukölln, Di-So 10-20 Uhr, 20.06.-30.10., Eintritt: frei, Tel. 90 23 93 772,
www.kultur-neukoelln.de

(Zweite) Heimat Neukölln, Termine nach Vereinbarung für Gruppen ab acht Personen, Spenden werden gerne angenommen, Anmeldung unter Tel. 70 222 023 oder www.zweite-heimat-neukoelln.de

www.denkmal-fuer-migration.com

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