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Aktion „Karl-Marx-Straße“ in der Alten Post

„Alles nur noch Kulissen, das ist für die Urbanität tödlich“, sagt Heinz Buschkowsky. Der Bezirksbürgermeister von Neukölln hat Sorgenfalten auf der Stirn, wenn er über die Karl-Marx-Straße spricht, ehemals wichtigste Einkaufsmeile im Stadtteil. Doch Hertie hat zugemacht, Leffers, Quelle. Und das zentrale Postamt. 2003 wurde es geschlossen – aber seit Juni 2008 sind die Türen wieder offen. Die Alte Post ist das erste Projekt der neuen Aktion Karl-Marx-Straße.

Buschkowsky ist sie so wichtig, dass er es sich nicht nehmen lässt, diese persönlich vorzustellen. Er will wieder mehr Kaufkraft in die Straße holen. Der erste Schritt dazu ist die Zwischennutzung der Alten Post durch verschiedene Künstler, darunter die Theatergruppe Heimathafen Neukölln, ein modernes bezirksverwurzeltes Volkstheater. Für den Ort hat die Truppe Stücke wie „Die Drei von der Paketausgabe“ geschrieben. Mit den Impulsen durch das Kunstpublikum, so die Hoffnung, entwickelt sich auch eine neue Infrastruktur aus Cafйs, Restaurants und Läden. Die kulturelle Zwischennutzung ist Teil eines umfassenden Programms für Nord-Neukölln. Die 0010_von_Schnitger_Alte_Poststadtplanerischen Untersuchungen sind in der Endphase, die Straße wurde zum förderwürdigen Sanierungsgebiet erklärt, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung trägt einen Teil der Förderkosten. Buschkowsky ist kein Träumer, sondern Realist. Und einige der geplanten Kunstaktionen, im September vor allem die des Heimathafens Neukölln, lohnen die Anreise aus anderen Bezirken.

Text: Stefanie Dörre


Alte Post Karl-Marx-Straße 97-99, Neukölln,
www.aktion-karlmarxstrasse.de
Nächste Projekte: Ausstellung Junior_Post_Art,
10.-26.9., Mi-So 10-20 Uhr

Heimathafen Neukölln

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