Kultur

April, April

April, April

Man soll ja nicht gleich immer alles glauben, was einem so erzählt wird – und an keinem anderen Tag des Jahres trifft diese „Weisheit“ mehr zu als am 1. April. Der Aprilscherz macht seit dem 17. Jahrhundert seine Runden und entstand zuerst im süddeutschen Raum. Inzwischen ist die Tradition weltweit verbreitet. Während der Scherz unter Freunden, Bekannten und Verwandten in den letzten Jahrzehnten immer mehr in den Hintergrund tritt, machen sich vor allem die Medien auch heute noch gerne einen Spaß daraus, ihre Konsumenten zu veralbern. Eine weite Verbreitung findet der Aprilscherz inzwischen auch im Internet.
Einen ausführlicheren Blick auf die Geschichte des Brauchs haben wir hier für Sie zusammengestellt. Neben den dort bereits aufgeführten Aprilscherzen, haben wir für Sie pünktlich zum 01.04. diesen Jahres noch weitere Medienenten zusammengetragen, die in den letzten hundert Jahren z.T. für große Verwirrung unter der Bevölkerung gesorgt haben. Auffällig ist dabei, wie oft vor allem die für ihren trockenen Humor bekannten Briten von ihren Tageszeitungen, Radiosendern und Fernsehanstalten in den April geschickt wurden.

April, April1980 verkündete die britische BBC die Digitalisierung der Uhr im Big Ben in London. Die Ankündigung sorgte für einen Sturm der Entrüstung im Vereinigten Königreich.

Vier Jahre zuvor sendete der britische Staatssender einen Beitrag über ein astronomisches Phänomen. Danach sollte eine besondere Konstellation zwischen den Planeten Jupiter und Pluto dafür sorgen, dass genau am 1.4.1976 um 9.47 Uhr die Gravitation auf der Erde spürbar abnehme. Ein Astronom erklärte, dass man dies durch einen kurzen Luftsprung sehr gut merken können. Was glauben Sie, wie viele Briten an jenem 1.4.1976 um 9.47 Uhr in die Luft gesprungen sind?

Eine norwegische Tageszeitung berichtete im Jahr 1987 über eine große Menge beschlagnahmten Weines. Da der Wein nicht einfach vernichtet werden sollte, könne sich jeder Einwohner der Stadt Bergen eine Flasche beim Bürgeramt abholen. Die gesichteten Menschenschlangen sollen sehr lang gewesen sein…

Die Fast-Food-Kette Burger King schaltete 1988 in den USA gleich eine ganze Anzeigenserie, in der ein Burger für Linkshänder angekündigt wurde. Die Beilagen seien dieselben – lägen jedoch seitenverkehrt. Die Nachfrage in den Restaurants soll sehr groß gewesen sein.

Bereits 1935 hatte die New Yorker Zeitschrift „Sun“ von einem Fernrohr namens „Spektiv“ berichtet, mit dem es möglich sei, selbst auf dem Mond noch Tiere und Pflanzen zu beobachten. Die Redaktion konnte sich vor Anfragen kaum retten, wo man das Fernrohr kaufen könne.

Acht Jahre bevor in Schweden das Farbfernsehen startete, behauptete der damals einzige Kanal im Königreich 1962, dass aufgrund einer neuen Sendetechnik nun jeder Fernseher bereits ein farbiges Bild empfangen könne. Man müsse nur einen Nylonstrumpf über das Gerät ziehen. Berichten zufolge sollen die Hamsterkäufe für Strumpfhosen nur wenige Minuten nach der Ausstrahlung des Berichts eingesetzt haben.

Eine schnelle Verbreitung im Internet fand 2009 die Besprechung einer kostenlosen Software im Blog „OnSoftware“. Die Freeware könne herkömmliche Monitore in Touchscreens verwandeln. Wie man die Fettflecken der eigenen Finger wieder vom Monitor bekommt, erklärt jedoch weder die Besprechung, noch die Software selbst.

Auch die Computerzeitschrift Chip ließ sich nicht necken und veröffentlichte 2005 eine Anleitung, wie man seinen DVD-Player in einen DVD-Recorder umrüsten könne. Den angebotenen Download luden sich über 3.000 User auf ihre Festplatte.

Gar nicht lustig fanden 2005 viele Hörer des Radiosenders „FFH“ eine Meldung, nach der die Fußball-WM ein Jahr später nicht in Deutschland stattfinden könne. Die deutschen Stadien würden nicht den internationalen Richtlinien entsprechen. Aufgrund eines Fehlers bei der Umrechnung der britischen Maßeinheiten Inches und Yards in Zentimeter und Meter seien die Sitzreihen in den Stadien zu eng, die Flutwege nicht breit genug und manche Rasenflächen zu klein.

Foto oben: Dirk Schröder, Springe/pixelio.de

Foto unten: Helmut Brunken/pixelio.de

Mehr über Cookies erfahren