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Die Geschichte des Aprilscherzes

aprilscherzVielfach gilt der erste Tag eines Monats als Unglückstag, drei davon sogar als die unglückintensivsten. Das gilt an erster Stelle für den 1. April. Eine Erklärung, die als Begründung angeführt wird, geht auf die Bibelgeschichte zurück, der zufolge Judas Iskariot, Jesus‘ gefallener Jünger, an diesem Tag geboren wurde und sich nach seinem Verrat auch an diesem Tag erhängte. Eine weitere Erklärung bezieht sich auf den Teufel, der an diesem Datum aus dem Himmel gestoßen wurde.

Das Wort „Aprilscherz“ ist erstmals im 19. Jahrhundert verbürgt und entstammt einem wesentlich älteren Brauch. Das „April schicken“ wurde bereits im 17. Jahrhundert als Brauchtum in Bayern belegt, die Betroffenen wurde schon damals mit einer erfundenen Geschichte hereingelegt und damit in den April geschickt.

Neben kleineren Gemeinheiten unter Familienangehörigen sind es heute vor allem die Medien, die mit erfundenen und oft spektakulären Geschichten ihr Publikum hinters Licht führen. Und obwohl viele Menschen am 1. April sehr wohl skeptisch gegenüber populistischen Nachrichtenmeldungen sind, gibt es doch immer wieder erfundenen Meldungen und spektakuläre Informationen, die sich zu Klassikern entwickelt haben.

lachenGelungene Aprilscherze

Der vermutlich älteste Aprilscherz wurde in einer Zeitung in Deutschland am 1. April 1774 gemacht. Dort wurde veröffentlicht, wie man statt nur der Ostereier, auch Hühner in verschiedenen Farben züchten kann. Dafür muss die entsprechende Umgebung der jeweiligen Hühner in der gewünschten Farbe anstreichen und dann werden sich Hühner dementsprechend färben.

Häufig kursiert zum 1. April die Nachricht, dass in Großbritannien oder Nordirland der Rechtsverkehr eingeführt werde. Eine interessante Variation brachte in den 1980er Jahren eine (West-)Berliner Tageszeitung, die mit einer Fotomontage einer Autobahnauffahrt an der Sektorengrenze andeutete, dass im britischen Sektor der Stadt der Linksverkehr eingeführt werden solle.

1957 zeigte die BBC einen dreiminütigen Beitrag über die Spaghetti-Ernte in der Schweiz.

1984 wurde über die Entwicklung eines Gerätes berichtet, mit dem sich herkömmliche Plattenspieler zu CD-Spielern umrüsten ließen.

2006 meldete u.a. die Bild, dass Jürgen Klinsmann als Nationaltrainer der Deutschen Nationalmannschaft gefeuert worden sei und nun Lothar Matthäus das Amt übernähme. Der Sat1 Teletext z.B. berichtete ebenfalls davon, allerdings war hier Franz Beckenbauer als Nachfolger angegeben.

2007 meldete die Internetpräsenz der Tagesschau, die Erkennungsmelodie der Sendung werde künftig nicht mehr jeden Abend von einem Orchester live gespielt. Lediglich der traditionelle Gong werde weiterhin von Hand geschlagen.

2008 publiziert Google ein Virgle genanntes Vorhaben, das es in den nächsten 100 Jahren ermöglichen soll auf dem Mars zu leben. Interessant hierbei ist das letzte Wort auf einer verlinkten Seite, die zu einer simulierten Fehlerseite führt. Hier heißt es sinngemäß: „Okay Aprilscherz. (..) Virgle ist nicht real. – Noch nicht.“

Besonders beliebt ist die gern benutzte Ankündigung von so genannter Vaporware. So findet sich in zahlreichen Foren immer wieder ein konkretes Datum, an dem nun endlich das Ego-Shooter-Spiel Duke Nukem Forever erscheinen soll.

Fotos: Thomas-Max Müller, Claudia Hautumm/Pixelio

 

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