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Auf dem Weg zu einem ?Berliner Modell?

Florian Schmidt

Kunstmaschine. Das klingt nach Visionen. Nach voller Kraft voraus. „­Kunstmaschine“ nennen die 70 Künstler ihr Atelierhaus an der Prenzlauer Promenade. 2012 hieß es, der abgerockte Pankower Plattenbau ­solle zugunsten des Wohnungsbaus weichen.
Doch nun die Kehrtwende. Die landes­eigene Berlinovo will das ­Areal kaufen, dort 325 Studenten­wohnungen errichten. Vor allem aber würde sie nicht nur die 3?000 bisher mit Ateliers belegten Quadratmeter, sondern die gesamten 10?600 Quadratmeter Nutzfläche Künstlern kosten­günstig zur Verfügung stellen – zur Freude des Berliner Atelierbeauf­tragten, der die Projektentwicklung des Objektes aktiv begleitet. „Die Liegenschaft könnte kurzfristig bezogen werden und wäre langfristig für die Kunst gesichert“, sagt Florian Schmidt (Foto). „Das ist wirklich toll.“
Im September könnte der Aufsichts­rat der Berlinovo dem Kauf des Areals vom Land zustimmen, eine Direktvergabe an die Berlinovo würde dann sehr wahrscheinlich erfolgen, da Bezirk und mehrere Senatsverwaltungen das Projekt unterstützen. Die Kunstmaschine gilt – neben dem Kreuzberger Blumengroßmarkt, wo Schmidt auch involviert ist  – als eine der ersten Baustellen für die seit 2009 heftig diskutierte, als „transparant“ apostrophierte neue Berliner Liegenschaftspolitik. Wobei fortan nicht grundsätzlich das höchste Gebot über die Vergabe städtischer Grundstücke entscheiden soll, sondern oft im so genannten Konzeptverfahren die höhere Stadtrendite. Die nicht mit Geld bezahlbar ist.
Schmidt hat die Initiative Stadt Neudenken mit begründet, die seit 2012 mit einem runden Tisch die Neu­ausrichtung der Liegenschaftspolitik begleitet. Die nächste Sitzung am 11. Juni soll, als Auftakt zum Make-City-Festival, den Stand der Dinge auf dem Weg zum „Berliner Modell“ ergründen.
Zum Beispiel, wie genau nun der Port­folio­ausschuss, der im Sommer endlich loslegen soll, die landeseigenen Grundstücke in vier Cluster sortiert – etwa „Entwicklungs­per­spektive“ oder „Verkaufsperspektive“. Da wird Schmidt ein Auge drauf haben: „Das Clustern muss maximal transparent erfolgen“, sagt er –“und mit fachlicher Expertise.“

Text:
Erik Heier

Foto: Harry Schnitger


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