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„Aufmöbeln“ von Eva Apraku

Eva Apraku

Etwa, unter anderem, Europäische Kulturtage zu veranstalten? Warum nicht? Das Berliner Museum Europäischer Kulturen hat so bereits Venezianische oder Slowakische Kulturtage durchgeführt.
Die 12. Europäischen Kulturtage sind unter dem Motto „Exportschlager aus Schweden“ der schwedischen Provinz Smеland gewidmet. Die Musikband ABBA, die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren und Ingvar Kamprad, der Begründer des Unternehmens Ikea kommen von dort, schwärmt das Museum und bedankt sich für die „großzügige Unterstützung von Ikea Berlin“. Denn der Möbel-Multi hat eine – ziemlich lausige – Spielecke für Kinder, dazu die Familienfrühstücke gespendet. Dafür darf Ikea-Manager Anders Klintborg am 13. August im Rahmen des Begleitprogramms den Vortrag „Ikea – eine Erfolgsgeschichte aus Smеland“ halten.
Hallo – geht’s noch? Ikea, das Unternehmen, das seine Möbel in Niedriglohnländern wie dem diktatorisch regierten Weißrussland – und einst in DDR-Knästen – herstellen lässt? Das die Ausnutzung von Steuerschlupflöchern perfektioniert hat? Und das trotz Milliardengewinnen, so die „Süddeutsche Zeitung“, bei uns nur 50.000 Euro im Jahr ans Finanzamt abdrückt?
Liebe Museumsleute, bitte bringen Sie ein riesengroßes Schild am Ausstellungseingang an. Text: „Ikea möbelt in diesem öffentlichen Gebäude, gewohnt billig, sein ramponiertes Image auf. Dank der großzügigen Unterstützung der Steuerzahler.“

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