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Ausflug ins Umland: Leipzig – Melodie und Rhythmus

Leipzig„Viele denken, Leipzig sei so etwas wie die Stadt aus dem dunklen Osten. Wer aber hier war, für dieses eine Wochen­ende, der kam im nächsten Jahr bereits wieder.“ Was Matthias Puppe sagt, liest sich vielleicht, als arbeite er in der Reisebranche. Er macht aber tatsächlich etwas, das Leipzig mehr hilft als so manche Tourismusoffensive: Puppe ist Mitveranstalter der Musikmesse Pop Up, die seit 2001 stattfindet und für ein Wochenende bis zu 100 Bands aus aller Welt, Aussteller und mehrere tausend Konzertgänger nach Leipzig lockt.

Pop Up hat sich zu einem der deutschlandweit bedeutendsten Festivals für Indie-Pop entwickelt. In diesem Jahr treten unter anderem Art Brut, Maximilian Hecker und Kissogram auf. Dazu gibt es Workshops und Foren zur Musikpolitik, etwa zur Musikvergütung (Gema-Gebühren). Das Einzige, was dem Festival, aber auch Leipzig fehlt: eine erfolgreiche Band aus der Stadt. „Wer erfolgreich sein will“, sagt Puppe, „der zieht eher nach Berlin.“

Matthias PuppePuppe sitzt im Hotel Seeblick, einem der vielen Bars in Connewitz. In dem studentisch geprägten Bezirk findet das Festival statt, jeder Auftrittsort ist zu Fuß erreichbar. Der „dunkle Osten“ ist hier ein sehr grünes Altbauviertel, durch das Straßenbahnen fahren, wo Cafйstühle bis zur Bordsteinkante stehen und Familien mit Kinderwagen flanieren. Connewitz erin­nert ein wenig an Prenzlauer Berg.

Dennoch wünscht sich Matthias Puppe, dass das Festival mehr Unterstützung findet. Auch von der Stadtpolitik. Über mehr als Gespräche sei man noch nicht hinausgekommen. „Die Musikstadt Leipzig„, sagt er, „assoziieren viele nur mit Johann Sebastian Bach, dem Gewandhaus oder das Wave-Gothic-Treffen WGT.“ Langfristig, sagt Puppe, wolle man mehr: ein Teil der „P“-Gemeinschaft sein und zu den großen Festivals aufschließen – Popkomm und C/O Pop.

Text: Sassan Niasseri

Leipzig_MessehallePop Up Festival Messe,
Forum, Musik, Volkspalast Leipzig und Clubs, 14.-17.5. www.leipzig-popup.de


Anreise
RE 5 bis Falkenberg/Elster, dann RE 10 bis Leipzig Hbf., 2 Std. 43 Min., Fahrpreis 29,40 Ђ Alternative: Interconnex, 2 Std. 19 Min., ab 12 Ђ


Aktivitäten
Das Museum der bildenden Künste (Härtelstraße 27) beherbergt mit ca. 58.500 Exponaten eine der bundesweit größten Bildersammlungen.


Sehenswertes
Der Botanische Garten der Universität Leipzig, der älteste Deutschlands (Linnйstraße 1)
Kulinarisches Cafйs in Connewitz und Südvorstadt, wie Ilses Erika (Bernhard-Göring-Straße 152), bieten gute Küche.


Bloß nicht
Viele Leipziger sächseln. Das klingt lustig, aber bitte: keinen Sachsen auslachen!

Weitere Empfehlungen für Tagesausflüge finden Sie in tip 11/09 auf den Seiten 26 bis 31

 

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