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Ausstellung in der ifa-Galerie „Landschaftsplanung aus Peking“

Kultur„Landschaftsplanung aus Peking“: Das Thema der aktuellen Ausstellung in der ifa-Galerie überrascht, passt es doch so gar nicht zum Bild vom großen Umweltsünder China und dem Megawachstum seiner Städte. Tatsächlich gelingt den einzelnen Projekten und Ateliers, die vorgestellt werden, eine sehr harmonische Vermittlung von städtischer Moderne und dem meditativen Atem einer weiten Landschaft. Einer Skulptur, die sich mit allen Sinnen und Eigenschaften ihrer Umgebung öffnet, gleicht zum Beispiel das Mima Cafй von Wang Hui, dessen verspiegelte Außenhaut die Bäume in einem Innenhof vervielfältigt und optisch verdichtet. Teils blickt man von innen durch Aquarien mit Goldfischen in den Himmel, während der Tresen des Cafйs aus gestapelten Büchern gebaut ist. Ein schönes Projekt scheint auch der 2003 angelegte Campus der Shengyang-Universität, der mit geometrischen Reisfeldern und einem Wegeraster aus Beton gestaltet ist: Der Reisanbau, seine Geschichte, Ästhetik und Bedeutung für das Land wird hier wie auf einer Bühne reinszeniert, mit den Studenten, die den Anbau übernehmen, in der Hauptrolle. Was der Ausstellung allerdings fehlt, ist eine Darstellung des Verhältnisses zwischen den einzelnen Projekten, die großzügig über Raum und Fläche verfügen, und dem Ganzen der Stadt Peking.
Sehr schön ist dagegen die Ergänzung der Fotografien und Simulationen von Architekturstudios um zwei Positionen von bildenden Künstlern, die Landschaft mit ganz anderen Mitteln thematisieren: Liu Wei fotografiert den menschlichen Körper wie eine Felslandschaft im Stil der chinesischen Malerei, und Cindy Ng Sio Ieng lässt in kurzen Filmen aus dem Fluss von Tusche und anderen Flüssigkeiten ein Schauspiel von geologischer Urgewalt entstehen.

Text: Katrin Bettina Müller

tip-Bewertung: Sehenswert

„Grün der Zeit“

ifa-Galerie Berlin

Di-So 14-20 Uhr, Sa 12-20 Uhr,
bis 19.4.2009

weitere Rezensionen:

„Beleuchtetes Experiment“ in der Galerie Leo.Coppi (bis 21.3.)
„Distortion“ von Linda Tedsdotter in der Galerie Invaliden1 (bis 28.3.)
„New York in the Forties“ von Andreas Feininger im Bauhaus Archiv (bis 18.5.)

Die Sprache Deutsch im Deutschen Historischen Museum

Märzflimmern in der Märzgalerie

 

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