Ausstellungen

28. Lange Nacht der Museen

lange_nacht_der_museenEis machen im Zuckermuseum. Mit Tiepolos „Heiliger Agathe“ in der Gemäldegalerie erfahren, warum körperliche Qualen zur seelischen Erbauung dienten. Im Weddinger Flugsimulator abheben. Den verschollenen geglaubten Stummfilm „Nathan der Weise“ in der Mendelssohn-Remise erleben. Oder endlich die Schau „Moderne Zeiten“ mit Lбszlу Moholy-Nagys „Komposition Z VIII“ in der Neuen Nationalgalerie sehen. Die Lange Nacht der Museen ist eine Wundertüte, denn die Häuser geben sich noch mehr Mühe als sonst.    

Rund 70 Museen haben sich diesmal wieder zusammengeschlossen und bieten spezielle Führungen, Gespräche und viele andere Aktionen zu dem Themenkomplex an. Einige Höhepunkte haben wir für Sie ausgesucht, den Rest entdecken Sie am besten selbst. Die feierliche Eröffnung der Langen Nacht ist um 18 Uhr am Kulturforum Potsdamer Platz, dort starten und enden auch alle Shuttlebus-Routen.

Foto: Sergej Horovitz

Lange Nacht der Museen
Samstag, 29.1., 18-2 Uhr; Tickets: 15, ermäßigt 10 Euro; mehr Infos im tip-Programmteil auf Seite 131 und unter www.lange-nacht-der-museen.de


Bode-Museum
Wie naturgetreu die Malerei den Menschen auch darstellen mag, die Skulptur kann der Wirklichkeit noch einen Schritt näherkommen. Die Plastizität und die Proportionen der bildhauerischen Werke aus der Sammlung des Bode Museums vermitteln eine Vorstellung von Menschen, die seit Ewigkeiten nicht mehr leben. Vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert reichen die ausgestellten Exponate, und bei Führungen beschäftigen sich Kunsthistoriker mit Fragen wie „Körper und Seele aus Stein“ oder „Leib und Seele in der romanischen Kunst“. Für Kinder ist die Führung „Unsere Geister sollen leben“ konzipiert.

Deutsches Historisches Museum
Das Deutsche Historische Museum beherbergt die ständige Ausstellung „Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen“. Ausgehend von diesem recht trockenen Thema bieten Führungen Einblick in Zustände historischer Körperlichkeit, zum Beispiel bei dem Rundgang „Körperkultur – Der menschliche Körper zwischen Aberglaube und moderner Medizin“ oder „Körperideale im Wechsel der Jahrhunderte“. Themen wie Mode und Medizin spielen da ebenso eine Rolle wie das unterschiedliche Verständnis von Schönheit. Das Zeughauskino zeigt zudem den Film „Herrliche Zeiten“ aus dem Jahr 1950.

Hanf Museum
Die Suche nach Erkenntnis und Glück vereint all die Mönche, Schamanen, Eremiten und Eigenbrötler quer durch die Epochen. Eine Sonderausstellung des Hanf Museums beschäftigt sich mit den spirituellen Einsiedlern und Vagabunden und eröffnet auch einen Blick auf die mystischen Bestrebungen in modernen Gesellschaften, denn auch im Internetzeitalter spielt Spiritualität in vielen Bereichen des Lebens eine wichtige Rolle. Und da alle Sinne angesprochen werden sollen, spielt Peter Simon indische Improvisationen auf der Sitar und es werden Hanfkuchen und Hanftee gereicht.

Jüdisches Museum Berlin
Neben der Dauerausstellung „Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte“ widmet sich die Kabinettausstellung „Du bist bei Parfümören angekommen“ dem Schicksal der Kosmetikfirmen Scherk und Dr. Albersheim, die vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Berlin für schöne Düfte sorgten. Damit es nicht bei der Theorie bleibt, können sich die Besucher bei der Aktion „Bei mir bist Du schön“ von einer Kosmetikerin mit Gesichtswasser und Puder auffrischen lassen. Natürlich stehen die dabei verwendeten Produkte in der Tradition der Firma Scherk.

Klax Kinderkunstgalerie
Die Kinderkunstgalerie Klax zeigt Kunst von Kindern für Kinder. Eine ehrenvolle Aufgabe, schließlich kann die Förderung junger Maler und Bildhauer nicht früh genug beginnen. Aktuell läuft der fünfte Teil der Ausstellung „Zeigt her Eure Bilder“. Nur schauen reicht aber nicht, hier wird die Galerie zum Atelier und alle Kinder sind bei der Mitmachaktion aufgerufen, selbst zum Pinsel und Farbe zu greifen. Staffeleien, Aquarell und Temperafarben sind reichlich vorhanden, und wer eine Stärkung braucht, kann sich im Cafй mit Snacks versorgen.

Kulturforum/Gemäldegalerie
Wie können Sinneswahrnehmungen auf unsere Gefühlswelt einwirken, vor allem wenn sie mit Farbe auf Leinwand in der Zweidimensionalität stecken? Dieser Frage stellen sich Birgit Bellmann und Regina Stender in ihrem Workshop „Von Sinnen“. Außerdem führen Experten durch die weltweit bedeutende Sammlung abendländischer Malerei und erörtern „Die Geschichte von Amor und Psyche“ und „Die Seele der Bilder“. Spezielle Führungen rund um die Sonderausstellung „Hommage an Caravaggio“ werden natürlich auch angeboten.

Museum für Kommunikation
Beim Workshop „Dunkle Schokolade macht weniger dick“ werden Mythen rund ums Essen aufgeklärt. Praktischer geht es bei der Einhorn-Kinderküche zu, hier steht alles unter dem Motto „Hungrig und Wild“, und ebenfalls für die kleinen Besucher bietet die Bastel-Aktion „Nach Hause telefonieren“ außerirdischen Spaß. Das Erwachsenenprogramm bestreitet u.a. Andrea Meissner, die in ihrer Comedyshow die Wirkung von Gerüchten thematisiert, was gut zur aktuellen Sonderausstellung „Gerüchte“ passt.

Museum für Naturkunde
30 Millionen Objekte umfasst die Sammlung des Museums für Naturkunde und jedes Teil hat seine eigene Geschichte. Manche davon werden heute erzählt, außerdem gibt es die Gelegenheit zu einem Cocktail unter Sauriern und einer Kurzmassage. Musiker und Tänzer des „exploratorium berlin“ verwandeln die Ausstellungshallen in eine Bühne, und Führungen, u.a. durch die Jubiläumsausstellung „Klasse, Ordnung, Art“ und durch die Labore des Museums vervollständigen das Programm.

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