Ausstellungen

30 Jahre Johnen Galerie

Siem_SteineEinige der Besten stellen bei ihm aus: Anri Sala und Rodney Graham, Thomas Ruff und Jeff Wall. Vor 30 Jahren eröffnete Jörg Johnen seine Galerie in Köln. Thomas Schütte und Aldo Rossi war die erste von seither fast 250 Ausstellungen gewidmet. Anfangs standen Architektur und bildende Kunst im Fokus. In seinem Berliner Galeriehaus, wo die Johnen Galerie seit 2004 ein inspiriertes Programm vorlegt, würdigt der Kunstvermittler zum Geburtstag die Beiträge ?seiner? Truppe, darunter Werke der Bildhauerin Wiebke Siem, die 2014 den Goslarer Kaiserring erhält, oder des Avantgardisten Tino Sehgal, der nichts Materielles mehr hinterlässt, nur flüchtige Erinnerung.

Er habe sich nie festlegen wollen auf eine bestimmte Bildsprache oder Richtung, sagt Johnen, der Gespür für individuelle Qualitäten besitzt und immun wirkt gegen schnelle Trends. Einziger roter Faden: ?Fast durchgehend ist ein konzeptueller Hintergrund da.? So punktet seine Jubiläumsschau durch Abwechslung, Anmut und Anspruch. Sie präsentiert frühe Arbeiten von Hochkarätern, die sich in die Kunstgeschichte einschrieben, und progressiven Einzelgängern.

Fesselnd etwa das leise Video von David Claerbout, der Katze und Vogel in friedlicher Eintracht filmt, oder das graue Verlaufsbild von Raimer Jochims, ein Bildraum, den man nicht fixieren kann. Starke Akzente liegen auf Bildhauerei und Fotokunst. Das ganze Jahr über werden nun Leckerbissen serviert. Ende März eröffnet zudem eine neue Ausstellungshalle im Rotwang Haus im Hof der Galerie mit taufrischen Werken vom Turnerpreisträger Martin Creed.

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: Jens Ziehe / Courtesy Wiebke Siem und Johnen Galerie

tip-Bewertung: Sehenswert

Early Works Johnen Galerie, Marienstraße 15, Mitte, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 17.4.

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