Ausstellungen

Ah Xian “ Skulpturen“

Foto_von_Cloison…die von verschwenderisch schönen Dekoren bedeckt sind, deren Motive aus der Kunst der Ming- und Qing-Zeit (14. bis 19. Jahrhundert) stammen. Gleich Tätowierungen überziehen sie die Körperbilder, die von lebenden Modellen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis des Künstlers abgeformt wurden und deren Vokabular verschiedene Kulturen und Zeiten überspannt. Dabei werden auch Fragen nach der Identität Ah Xians aufgeworfen, der 1989 aus politischen Gründen China verlassen hatte. Die Rückbesinnung auf die Bildsprache und die Techniken des Heimatlandes markiert den Versuch, seine chinesischen Wurzeln unter den Vorzeichen des Exils wiederzubeleben. Und dann stürzt der Betrachter erst recht in Verzweiflung. Wer sich auf die Skulpturen einlässt, wird erst einmal von der Schönheit berührt. Je länger man aber zwischen den Figuren umherwandert, desto mehr lernt man auch den eingefrorenen Schrecken der anonymen Gestalten kennen. Sie sind unberührbar, sie sind Dekor, sie sind gefangen in einer künstlich am Leben gehaltenen Bilderwelt. Und dann sind sie auf einmal wieder nur schön.

Text:
Qpferdach
Foto: Cloisone

Ah Xian „Skulpturen“
Georg-Kolbe-Museum,
Sensburger Allee 25, Charlottenburg,
Di-So 10-17 Uhr, bis 16.11.2008

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