Ausstellungen

„All Access World“ im Deutsche Guggenheim

Kris_McKay_Agathe_SnowSie lässt die Besucher durch einen Wald aus popartigen Monument-Skulpturen der Weltgeschichte wandern. Manche, wie die Stonehenge-Monolithe in Fell, kann man verschieben. Snows Artefakte wirken, als entstammten sie einer Art apokalyptischen Archäologie, ergänzt durch teils simplistische Collagen an den Wänden, die verschiedene Kulturen und ihre wichtigsten Denkmäler vorstellen. Die Künstlerin möchte das, wofür die Monumente stehen, „am liebsten weghaben und Platz schaffen für etwas anderes“, sagt sie in einer die Ausstellung begleitenden Dokumentation. Das Ansehen vieler Monumente ist verkommen zur touristischen Attraktion, die unablässig kulturelle Klischees ventiliert. Snow hingegen lädt ein zum spielerischen Umgang mit Nationalheiligen und betont das soziale Element des kulturellen Ausverkaufs.

Bekannt wurde die Anfang-30-Jährige mit Massen-Performances, etwa karnevalistischen Banketten oder Tanzmarathons, die sie als Reaktion auf den 11. September 2001 organisierte. Ihre künstlerische Prägung verdankt Snow einer dekadenten New Yorker Künstlergruppe um Dash Snow, ihren Ex-Mann, der 2009 an einer Überdosis Rauschmittel verstarb. Anders als vorherige Werke, wirkt die Ausstellung weder schockierend noch aufrührerisch. Snow begegnet dem Publikum mit philanthropischem Endzeit-Humor. An einem „Greifer“-Spielautomaten kann man sein eigenes Miniaturmonument erzocken und mit nach Hause nehmen.

Text: Laila Niklaus

Foto: Kris McKay/ Agathe Snow

tip-Bewertung: Sehenswert 2

Agathe Snow: All Access World Deutsche Guggenheim, bis 30.3.2011

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