Ausstellungen

Andreas Seltzers Geschichten von Phantomen

Andreas Seltzer: Geschichten_von_Phantomen bei Laura Mars GrpDass dazwischen, solange es Mauern gibt, immer wieder handgeschriebene Botschaften auftauchen, anonym meist, rätselhaft oft und mit einfachsten Mitteln verbreitet, hat Andreas Seltzer, Autor, Künstler und Sammler, schon seit Jahren verfolgt. Bei Laura Mars Grp. stellt er seine Sammlung von Phantomen aus, die mit einer Foto-Recherche über den „Sendermann“, der in den siebziger Jahren mit paranoiden Botschaften in Westberlin gut zur Mentalität von kalten Kriegen und Verschwörungstheoretikern passte, begann.

Andreas Seltzer: Geschichten_von_Phantomen bei Laura Mars GrpHeute kann man das kollektive Echo auf die Aktionen der Mauer- und Plakatebeschreiber, die man sich immer als einsame und irgendwie verloren gegangene Individuen vorstellt, im Internet verfolgen, wo man zum Beispiel das Wandern des Satzes „Warum muss der Sohn betteln“ über Litfaßsäulen, Elektrokästen usw. fotografiert und dokumentiert findet. Für die Kunstszene bilden das partisanenhafte Auftreten der Kritzler und Sender und die Aufmerksamkeit, mit der sie die Fantasie der Sprücheleser an sich binden, immer auch einen Gegenstand der Sehnsucht: Wie gerne würde man, ohne als Person bekannt zu sein, einen ähnlich großen Raum in der Vorstellung besetzen. Die Ausstellung Killroy was here – Eine Geschichten von Phantomen unternimmt eine Exkursion in diesen Raum.

Text:
Katrin Bettina Müller

Andreas Seltzer „Killroy was here –
Eine Geschichte von Phantomen“
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Laura Mars Grp., Sorauer Straße 3,
Di-Fr 13-19 Uhr, Sa 12-16 Uhr, bis Sa 20.9.2008

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