Berlin Art Week

Anne Imhof im Hamburger Bahnhof

Bei Anne Imhof kommt man nicht so einfach weg

Anne Imhof
Foto: Nadine Fraczkowski

Für die Kunst muss man auch was aushalten wollen – und das gilt nicht nur für die Künstler, sondern auch für die Betrachter. Eine, die viel gibt und viel fordert, ist Anne Imhof. Die in Frankfurt am Main und Paris lebende Performance- und Multimedia-Künstlerin hat im vergangenen Jahr den Preis der Nationalgalerie bekommen, zu dem eine Einzelausstellung gehört. Jetzt inszeniert sie den zweiten Akt ihrer Oper-als-Ausstellung „Angst“ im Hamburger Bahnhof: Aus choreografierten Akteuren, Falken, Objekten, Drohnen und Musik entsteht eine malerischen Komposition auf Zeit. Bei den Journalistenkollegen gehen die Meinungen zu ihr auseinander. Als quälend langsam, dröhnend laut und sehr gewöhnlich empfinden einige ihre Arbeiten. Andere dagegen schwärmen vom hypnotischen Sog ihrer performativ inszenierten Bilder. In jedem Fall braucht man Durchhaltevermögen.

Kunst, die es einem nicht einfach macht – dieses Programm habe ich mir für diese Berlin Art Week vorgenommen. Dazu gehörten die Künstlerfilme, die am 14. September im Kino International laufen, schon allein deshalb, weil die Veranstaltung von 11 bis 24 Uhr dauert und jeder Film uns seine eigene Zeit aufzwängt (außerdem bin ich schon lange Fan von Kenneth Anger, so viel Freude muss sein). Und  wer noch nicht auf der Berlin Biennale war, erhält jetzt die letzte Gelegenheit dazu. Das kuratorische Konzept, in dem sich beispielsweise Kunst- und Werbewelt angleichen, polarisiert. Aber es benennt  deutlich – und das ist gut so – die digitale Wirklichkeit als künstlerische Herausforderung.

Anne Imhof „Angst II“ Hamburger Bahnhof, Invalidenstr. 50–51, Tiergarten, Di, Mi, Fr 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr, Sa+So 11–18 Uhr, 15.–25.9.

https://www.tip-berlin.de/event/ausstellung-museen/anne-imhof-angst-2/

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