Ausstellungen

Australian Dreamings im Art Center Berlin

Australian Dreamings_EmilyAuf dem explosiv und mit lockerer Hand gemalten rot glühenden Himmel kurz vor Sonnenaufgang hat Gabriella Possum Nungurrayi, Jahrgang 1967, die „Seven Sisters“ als traditionelle Kreissymbole auf der Milchstraße verteilt. Punkte und Linien, akkurat gesetzt, Punkte getupft, verwischt, ineinander fließende Farbstriche, monochrome Bildflächen, farbliche Überlagerungen – die Maltechniken der Aboriginekünstlerinnen und -künstler bestechen durch die Spannung zwischen moderner abstrakter Ausdrucksweise und dem Wissen um uralte Überlieferungen. Emily Kame Kngwarreye (1910–96), ein Star unter den Malerinnen der Aborigines, tupfte die Geschichte ihres Landes stark abstrahiert in rötlichen und gelben Tönen.

Wir werden nie erfahren, welche Motivation hinter dem Erfindungsreichtum dieser Künstlerin steck­te, die in späteren Jahren ständig betonte, das Malen aufgeben zu wollen und schließlich größere Pinsel und Bürsten benutzte, um die Fläche schneller bedecken zu können. Tatsache ist, dass ihre Bilder eine ganz individuelle Leuchtkraft besitzen und bei Sotheby’s in Melbourne Spitzenpreise um eine halbe Million Euro erzielten. Rund 50 Arbeiten ver­schie­dener Generationen, von bekannten alten Meistern bis zu jüngeren innovativen Künstlern, stellt das Art Center Berlin aus. Eine spannende Palette von Stilen, die einen kleinen Einblick in eine Malbewegung gibt, die zwar zur ältesten ungebrochen existierenden Kultur der Welt zählt, in dieser Form jedoch erst ihren Anfang nahm, als Talente wie Mick Namarari Tjapaltjarri 1971 das ers­te Bild mit Acryl auf Leinwand malten.
Australian Dreamings_Gabriella_Possum_Nungurrayi
Text: C. Suhr

(Sehenswert)

Australian Dreamings
Art Center Berlin, Friedrichstraße 134, Mitte,
tgl. 11-21 Uhr, bis Februar 2009

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