Ausstellungen

Art Work in Berlin: Empfehlungen von Kunstkennern

elefantInsbesondere, da sie alle zu den 11 Institutionen gehören, die sich zur Berlin Art Week zusammengetan haben und mit Hochdruck am neuen Kunsthöhepunkt im September arbeiten. Herausgekommen sind 121 wunderbare Tipps, die von großer Kenntnis und noch größerer Liebe zur Kunst sprechen. Danke an alle, die mitgemacht haben. PS: Der Elefant vom Cover ist Teil einer Video­arbeit von Douglas Gordon, zu sehen in der Akademie der Künste. Stefanie Dörre

Felix_Hoffmann_c_COBerlin01/Fotografie – Felix Hoffmann empfiehlt 11 Orte in Berlin, die den Blick weiten und schärfen
Der Kunstwissenschaftler Felix Hoffmann ist Kurator bei C/O Berlin, dem internationalen Forum für Fotografie. C/O ist einer der Orte, die man in Berlin gesehen haben sollte, wenn man über zeitgenössische Fotografie spricht.
Weitere zehn Orte empfiehlt er hier.

01 C/O Berlin
Zur Berlin Art Week eröffnet C/O Berlin die Ausstellung „Common Places“ des Becher-Schülers Jörg Sasse. In seinen Bildern werden Oberflächen zu Orten und Orte zu Oberflächen und Bildern. Neben rätselhaften, hermetischen Stillleben kann sich zudem jeder Besucher eine eigene, persönliche Ausstellung aus dem Fundus eines großen Speichers mit 512 Bildern zusammenstellen. Zeitgleich präsentiert C/O Berlin „Zeitlos schön“ – eine visuelle Reise durch 100 Jahre Modefotografie von Man Ray bis Mario Testino.
C/O Berlin, Postfuhramt, Oranienburger Straße 35/36, Mitte, tgl. 11–20 Uhr, www.co-berlin.info

02 Museum für Fotografie / Helmut Newton Foundation
Unmittelbar hinter dem Bahnhof Zoo gelegen präsentieren die unabhängig voneinander agierenden Institutionen in einem Haus historische und zeitgenössische Fotografie. Die aktuelle Ausstellung „Das koloniale Auge. Frühe Porträtfotografie in Indien“ zeigt Porträts des 19. Jahrhunderts von der einfachen Bevölkerung bis hin zu Fürsten und Prinzessinnen. Diese vielfältigen ethnografischen Werke hinterfragen den eurozen­tristischen Blick auf das Ferne und Fremde.
Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, Charlottenburg, Di–So 10–18, Do 10–22 Uhr, http://www.smb.museum, Helmut Newton Foundation, gleicher Ort, www.helmutnewton.com

03 Berlinische Galerie
Der Fokus des Landesmuseums liegt auf in Berlin lebenden ausländischen Künstlern – ein spannender visueller Austausch des Lokalen und des Internationalen. Die Ausstellungen ermöglichen einen Einblick in historische und aktuell entstandene Fotografie. Mit Alfredo Jaar (*1956 in Santiago de Chile) und Michael Sailstorfer (*1979) verbinden sich Fotografie, Installation und Skulptur zu einem dichten Gewebe, das die Medien mal poetisch, mal hochpolitisch hinterfragt.
Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124–128, Kreuzberg, Mi–Mo 10–18 Uhr, www.berlinischegalerie.de

04 Willy-Brandt-Haus
Diese Initiative zeigt immer wieder aufs Neue, welch großartige Ausstellungen den Berlinern entgehen würden, wenn es das Willy-Brandt-Haus nicht gäbe. Mit „Breaking the Silence. Zeugnisse einer Besatzung – Israelische Soldaten berichten“ erhält man Einblicke in einen Konflikt, der hierzulande große mediale Präsenz erfährt, jedoch selten so klare Konturen erhält.
Willy-Brandt-Haus, Wilhelmstraße 140/ Stresemannstraße 28, Kreuzberg, Di–So 12–18 Uhr, www.willy-brandt-haus.de

GuyTillimUndGalerieKuckeiKuckei_Berlin05 Kuckei+Kuckei
Die noch junge Galerie in der Linienstraße fördert seit Jahren neue fotografische Talente. In der Ausstellung des Südafrikaners Guy Tillim (*1962) verweben sich unterschiedliche Genres und Fragestellungen der Fotografie – fotojournalistische Elemente transformiert er zu Inszenierungen, Landschafts- oder Porträtfotografien zu völlig neuen Gattungen.
Galerie Kuckei+Kuckei, Linienstraße 158, Mitte, Di–Fr 11–18, Sa 11–17 Uhr, www.kuckei-kuckei.de

06 Hendrik Berinson
Wieder einmal hat der leidenschaftliche Galerist und Sammler eine Perle zutage gefördert. Mit den „Porträts der sowjetischen Geisteswelt“ von Moissej Nappelbaum (1869 bis 1958) wird ein Schatz sichtbar, bei dem Fotoliebhaber zu schwelgen beginnen.
Galerie Berinson, Lindenstraße 34, Kreuzberg, Di–Sa 11–18 Uhr, www.galerienhaus.com

07 Pavlovs Dog
Der junge Projektraum zeigt interessante und überraschende Zusammenstellungen zur zeitgenössischen Fotografie. Es finden neben Ausstellungen regelmäßig Buch­präsentationen, Portfoliosichtungen und Workshops statt.
Pavlovs Dog, Bergstraße 19, Mitte, Do–Sa 16–20 Uhr, www.pavlovsdog.org

08 Martin-Gropius-Bau
Die klassischen, großen Fotoausstellungen, die im ehemaligen Kunstgewerbemuseum präsentiert werden, darf man sich nicht entgehen lassen. Aktuell wird die großartige Retrospektive der amerikanischen Fotografin Diane Arbus (1923 bis 1971) gezeigt – sie zählt zu den wichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts und hat ganze Generationen mit ihren einfühlsamen Menschendarstellungen geprägt.
Martin-Gropius-Bau, Niederkirchner­straße 7, Kreuzberg, Mi–Mo 10–19 Uhr, Di geschlossen, www.berlinerfestspiele.de

09 Do you read me
Ein inspirierender Ort, an dem man sich einen Überblick über die wichtigsten Magazine und Publikationen im Zeitungsformat weltweit verschaffen kann. Man kann in unterschiedliche Bildwelten eintauchen, in denen die Zeit wie im Flug vergeht.
Do you read me, Auguststraße 28, Mitte, Mo–Sa 10–19.30 Uhr, www.doyoureadme.de

10 Sammlung Arthur de Ganay
Die mit Blick auf die Spree untergebrachte Privatsammlung fokussiert sich auf deutsche Gegenwartsfotografie. Der französische Architekt hat in den letzten Jahren meist großformatige konzeptuelle Werke gesammelt, die einen persönlichen Einblick in seine Leidenschaft sowie in aktuelle Aspekte der Fotografie ermöglichen.
Sammlung Arthur de Ganay, Köpenicker Straße 10a, Kreuzberg, www.collectionarthurdeganay.com, Anmeldungen zur Besichtigung unter [email protected]

11 Sprüth Magers

Seit sich die Galerie vor einigen Jahren auf den Standort Berlin konzentrierte, werden in den wunderbaren Räumen immer wieder die großen Namen der zeitgenössischen Fotografie präsentiert. Nach Thomas Demands Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie vor drei Jahren darf man nun auf neue Arbeiten gespannt sein.
Sprüth Magers Berlin, Oranienburger Straße 18, Mitte, Di–Sa 11–18 Uhr, www.spruethmagers.com

10 WEITERE EMPFEHLUNGEN FINDEN SIE IM AKTUELLEN TIP-BOOKLET „BERLIN ART WEEK“ DAS DER TIP-AUSGABE 20/2012 BEILIEGT.

Foto: Studio lost but found / Douglas Gordon „Play Dead; Real Time, 2003, Filmstill“ / VG Bild-Kunst, Bonn 2012; Foto Felix Hoffman: C/O Berlin, Foto Mitte: Guy Tillim und Galerie Kuckei Kuckei Berlin

Mehr über Cookies erfahren