Ausstellungen

Berlinische Galerie

/T_Koeler_c_Harry_SchnitgerIn der umgebauten Fabrikhalle in Nachbarschaft zum Jüdischen Museum wird seit 1975 Malerei, Grafik, Skulptur, Fotografie, Multimedia und Architektur aus Berlin präsentiert. Was der Fundus alles so bietet, zeigt aktuell auch die Ausstellung über die Berliner Architektin Hilde Weström, die kurz nach ihrem 100. Geburtstag im Februar starb. Mit ihren Entwürfen für den sozialen Wohnungsbau war sie die Verfechterin eines pragmatischen Bauens, das den Lebensbedürfnissen im Nachkriegsberlin entsprach. Parallel folgt die Berlinische Galerie mit der Ausstellung „Kunst in Berlin 1933–1938. Verfemt. Verfolgt. Verboten“ ihrem Gründungsauftrag und widmet sich dem Werk von verfolgten Künstlern. Zu sehen ist auch ein Gemälde des Kabarettisten und Schriftstellers Joachim Ringelnatz, der seine Berufsbezeichnung im Berliner Telefonbuch in „Kunstmaler“ ändern ließ, nachdem seine Bücher bei der Bücherverbrennung der Nazis in Flammen aufgegangen waren. „Herbstgang“ heißt sein Gemälde von 1929, in dem der Museumsleiter Thomas Köhler (Bild) ein Menetekel sieht für die kurz darauf anbrechende Nazizeit. Es gibt kaum ein Museum in Berlin, das mit seinen Ausstellungen eine Spanne von Ringelnatz bis hin zu Super-8-Punkfilmen und Bauplänen von Hilde Weström überzeugend präsentieren kann. Die Berlinische Galerie schafft das.

Berlinische Galerie Alte Jakobstraße 124, Kreuzberg, www.berlinischegalerie.de; Mi–Mo 10-18 Uhr; „Kunst in Berlin 1933-1938“ läuft noch bis Mo 12.8.

Text: Nicolaus Schröder / Mitarbeit Siyuan He

Foto: Harry Schnittger

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