Ausstellungen

Bernard Frize in der Berlinischen Galerie

Frize_BernardGeprägt von der Avantgarde der 1960er-Jahre, die alles revolutioniert hat, konzentrierten sich die Künstler der darauffolgenden Generation auf neue Medien, den öffentlichen Raum, Skulptur, Installation, Minimalismus und Konzept. Malerei schien unzeitgemäß. Aus dieser künstlerischen Blockade löste sich der französische Maler Bernard Frize – der gerade den Fred-Thieler-Preis 2011 erhalten hat – indem er sich der Malerei zunächst verweigerte. In seinem Pariser Atelier entstand die Werkgruppe „Suite Segond“, die ihn als Maler international bekannt machte. Frize ließ Farbtöpfe unterschiedlicher Größe offen stehen. Aus der so getrockneten Farbe schnitt der Künstler Farbkreise aus und arrangierte die reliefartigen Runden auf einem Bildträger neu an.

Eine minimale Geste dessen, was Malerei sein kann. Diese Bilderfindung war folgenreich und wurde zu seinem Stilmittel. Frize sagte einmal, er möchte ein Bild als das Ergebnis eines handwerklichen Arbeitsprozesses zeigen. Ein revolutionärer Gedanke. In Zeiten, in denen nichts mehr zählt als die Individualität, und Künstler versuchen, sich durch Markenzeichen einen Namen zu machen, wählt Frize die Stilvielfalt. Man könnte auch sagen: Frize komponiert mit Farbe. Wie ein Musiker variiert er in umfangreichen Werkserien ein abstraktes Grundthema. Mal sind es verwobene Linien, Gitternetze, plastische Effekte, dann wieder spielt Frize mit unserer Wahrnehmung und erzeugt räumliche Illusionen.

Text: Laila Niklaus

tip-Bewertung: Sehenswert

Bernard Frize Berlinische Galerie, bis 6.6.2011

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