Ausstellungen

Beuys und Block in der Edition Block

Schon das Objekt, das der Ausstellung den Titel „Ich kenne kein Weekend“ gab, zeigt den mitunter auch gerne kalauernden Humor von Beuys, sind doch zwei große gelbe Deutsche, ein Reclamheft mit Immanuel Kants „Kritik der reinen Vernunft“ und eine Maggiflasche in einem Koffer zusammengesperrt, wie die letzte Ration an Geist und Würze, die für Notzeiten verwahrt wird. 1971 entstand der Koffer, seit 1966 nutzte Beuys das Medium des Multiples, um seine Objekt gewordenen Ideen weiter zu streuen. Nicht allein die Insignien seiner persönlichen Auftritte, wie der Filzanzug oder ein Schlitten mit Decke, wanderten so als Dingfamilie mit 50 oder 100 Mitgliedern in die Häuser von Sammlern, sondern auch sehr archaisch anmutende Skulpturen, wie ein aus einer Astgabel genageltes Klavier. Renй Block kann sich heute noch voller Stolz freuen, nicht nur Mittäter des Künstlers gewesen zu sein, sondern ihn auch angeregt zu haben, in einer Form zu produzieren, die vielen Käufern eine Teilhabe am Werk ermöglichte und den Kunstbesitz demokratisierte.

Text:
Katrin Bettina Müller

Beuys und Block „Ich kenne kein Weekend“

Edition Block, Heidestraße 50,
Di-Sa 11-18 Uhr, bis 28.1.2009

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