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Buch zum Skandal: „Falsche Bilder – Echtes Geld“

Koldehoff_Timm_Cover… wie der Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi mit einem gefakten Campendonk so richtig Kasse machte und die Experten reihenweise hinters Licht führte. Ein Höhepunkt dabei die getricksten Fotos, auf denen Beltracchis Ehefrau Helene als ihre eigene Großmutter posiert und damit die Echtheit der angeblich hinter ihr an der Wand hängenden Arbeiten von Lйger und Ernst bezeugt. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Doch Stefan Koldehoff und Tobias Timm, beide Kunstkritiker der „Zeit“, warnen davor, den Fälschungsskandal als unterhaltsames Schurkenstück zu unterschätzen. „Nur wer begreift, dass die Strukturen und Usancen des internationalen Kunsthandels diesen Fall erst möglich gemacht haben, (…) kann aus ihm die dringend notwendigen Konsequenzen ziehen“, schreiben sie in der Einleitung zu ihrem Buch „Falsche Bilder – Echtes Geld“. Sie kennen das Kunstgeschäft mit seiner Gier und seinen Zollfreilagern, und sie haben zwei Jahre lang akribisch recherchiert. Herausgekommen ist ein höchst lesenswertes Buch über die Untiefen des Kunsthandels.

Text: Stefanie Dörre

Stefan Koldehoff und Tobias Timm: „Falsche Bilder – Echtes Geld“, Galiani Berlin, 19,99 Ђ, Buchvorstellung Do 24.5., 19 Uhr, in der Gemäldegalerie

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