Ausstellungen

„Caraota von Moules“ im Bethanien

Caraota_von_Moules_c_PeterRosemann_KuenstlerhausBethanienGmbHWenn man nicht gern in den Spiegel sieht, sollte man diese Ausstellung besser meiden. Überall blitzen sie einem entgegen in den Arbeiten des Künstlerduos Stйphane Schraenen und Carla Arocha. Er ist Belgier, sie aus Venezuela. Es liegen und stehen einige Stühle herum, ein umgedrehter Tisch, von der Decke hängen Raumteiler, alles aus Spiegelglas. Von den beiden sind außerdem drei Kristallkugeln, durch die man in die Sockel hineinschaut, auf denen sie stehen. Man sieht nichts als ein schwarzes Loch: „Three Lies“ der passende Titel. Der dritte im Bunde dieser Ausstellung ist Arturo Herrera, auch er Venezolaner. In teilweise amorpher, an Scherenschnitte erinnernder Formensprache arbeitet er sich an Collagen, Wandmalerei und Objekten aus MDF-Platten und dickem Filzstoff ab. Zumindest bei den Collagen passiert einiges. Viel Farbe, gedruckte Muster, netzartige Überlagerungen mehrerer Papierschichten.

Alles hier ist auf technisch hohem Niveau. Und das ist irgendwie auch das Problem. Man gleitet überall ab, es ist zu perfekt, ohne Brüche. Bei den Collagen gibt es immerhin mit den Farbspritzern und Schlieren etwas Dreck, dann aber so ornamental und hübsch, das man ihn direkt wieder vergisst. Vielleicht ist das auch am interessantesten, dieses Dazwischen. Die kleinen, gerahmten Collagen sind schlichter, weniger überladen. Es geht aber auch anders, das beweist eine kleine Arbeit von Herrera. Ein Entenkopf auf zwei Beinen, dem eine kleine Träne aus dem Auge kullert. Das bleibt hängen. 

Text: Michael Wagner

Foto: Peter Rosemann / Künstlerhaus Bethanien GmbH

tip-Bewertung: Zwiespältig

Caraota von Moules Künstlerhaus Bethanien, Kottbusser Straße 10, Kreuzberg, Di–So 14–19 Uhr, bis 29.7.

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